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Nvidia: Oculus-Rift-Konkurrent mit freier Fokussierung

Nvidia will das Virtual-Reality-Geschäft offenbar nicht allein Oculus mit seiner Rift-Brille überlassen – und forscht an einer eigenen Brille. Der Prototyp, den das Unternehmen auf der Siggraph-Konferenz im kalifornischen Anaheim vorstellte, sah nicht viel anders aus als eine konventionelle Brille. Das Gerät ist lediglich einen Zentimeter tief – die klobige Rift erinnert dagegen eher an eine Skibrille. Möglich machen es statt einer großen Linse mit großer Brennweite pro Auge (wie bei der Rift) viele Mikrolinsen mit kleiner Brennweite. Als Display nutzen die Nvidia-Forscher OLED-Panels aus einem HMZ-T-Videohelm von Sony, das Gehäuse kommt aus dem 3D-Drucker.

In diesem Video präsentiert Nvidia einen frühen Prototypen der Lichtfeld-Brille. (Quelle: Douglas Lanman / Nvidia)

Neben der geringeren Größe hat der Nvidia-Prototyp einen weiteren Vorteil: Während man bei der Oculus-Brille einen festen Schärfepunkt "aufgezwungen" bekommt, soll man beim Nvidia-Prototypen frei fokussieren können. Dieses Kunststück schaffen die Forscher durch Lichtfeld-Technik, wie sie zum Beispiel die Lytro-Kamera nutzt. Durch ein Mikrolinsen-Gitter vor dem Bildsensor erfassen diese Kameras nicht nur die Position und Intensität der einfallenden Lichtstrahlen, sondern auch deren Richtung. Der Nvidia-Prototyp kehrt dieses Prinzip um und setzt das Mikrolinsen-Gitter vors Display, das Lichtfeld der betrachteten Szene wird vom Computer generiert.

Wie bei der Lytro sinkt die wahrgenommene Auflösung mit der Anzahl der Linsen. Der Nvidia-Prototyp nutzt lediglich 720p-OLED-Panels, die Auflösung ist also deutlich geringer als bei herkömmlichen Videobrillen. Dass Nvidia aus diesem frühen Prototypen tatsächlich ein Produkt macht, ist deshalb eher unwahrscheinlich. (jkj)

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