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Nvidia Quadro und AMD FirePro: Profi-Grafikkarten mit Maxwell und Tonga

Nvidia bringt Maxwell auf Profi-Grafikkarten, AMD führt Tonga ein. Insgesamt haben beide Hersteller neun neue Profikarten vorgestellt.

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AMD und Nvidia haben im Rahmen der Branchenmesse SIGGRAPH eine ganze Palette neuer Profi-Grafikkarten vorgestellt – vom Einsteiger- bis zum Performance-Segment. Nvidia bietet erstmals Maxwell-Grafikchips im Profibereich an, während AMD auf der FirePro W7100 den bereits von zahlreichen Gerüchten bedachten Tonga-Grafikchip einführt.

Nvidia präsentierte insgesamt fünf neue Quadro-Grafikkarten. Im Vergleich zu ihren Vorgängern bieten die Quadro-Neulinge jeweils den doppelten Speicherausbau, höhere Transferraten und eine wesentlich höhere Rechenleistung. Die Quadro K620 (160 Euro) und K2200 (450 Euro) enthalten die effizienten Maxwell-Grafikchips und schlucken laut Nvidia maximal 45 beziehungsweise 68 Watt. Dadurch speisen sie sich exklusiv aus dem PCIe-Steckplatz. Die anderen drei Quadro-Grafikkarten setzen auf Kepler-GPUs, nämlich GK107 (Quadro K420, 120 Euro), GK104 (Quadro K4200, 800 Euro) und GK110 (Quadro K5200, 1800 Euro).

Nvidias neue Profikarten: Quadro K420, K620, K2200, K4200 und K5200. (v.l.n.r.)

(Bild: Nvidia)

Die Grafikkarten sollen ab September erhältlich sein, die Vorgänger Quadro K600, K2000, K4000 und K5000 laufen aus. Im Channel werden letztere noch ungefähr ein Jahr erhältlich sein, während große Anbieter von Workstation-Systemen sie wesentlich früher ersetzen.

Die frischen Quadro-Grafikkarten und ihre Vorgänger im direkten Vergleich.

(Bild: Nvidia/c't)

AMD hat vier verbesserte Profi-Karten in Petto: die FirePro W2100, W4100, W5100 und W7100. Detailierte technische Informationen sind allerdings bisher Mangelware. Laut AMD soll die FirePro W2100 320 Shader-Kerne und 2 GByte Videospeicher bieten. Über ihre zwei DisplayPorts steuert sie auch 4K-Displays mit 60 Hz an. AMD erklärt, dass die Karte für CAD und medizinische Bildverarbeitung gedacht ist. Dank des Low-Profile-Formats passt sie auch in sehr kompakte Systeme.

Auch die W4100 (2 GByte) kommt im Low-Profile-Format daher, besitzt jedoch vier Mini-DisplaysPorts, über die sich ebensoviele 4K-Bildschirme anschließen lassen. Gleichzeitig sind aber nur drei mit 60 Hz nutzbar. Die Karte hat ebenfalls 2 GByte RAM.Die FirePro W5100 bietet 4 GByte Speicher, 768 Shader-Kerne und vier normalgroße DisplayPorts. Sie schafft bis zu 1,4 Billionen Berechnungen bei einfacher Genauigkeit. Im Vergleich zum Vorgänger FirePro W5000 soll die W5100 laut AMD manche Einzeltests des SPEC Viewperf 12 fast doppelt so schnell verarbeiten.

AMDs aktuelle Profikarten-Palette: FirePro W2100, W4100, W5100 und W7100. Die W8100 und W9100 sind bereits erhältlich.

(Bild: AMD)

AMDs Highlight ist die FirePro W7100 (8 GByte), auf der der neue Tonga-Grafikchip sitzt. Er hat 1792 Kerne – wie Tahiti Pro – und kann gleich vier Dreiecke pro Takt verarbeiten. Auch bei der Encoding-Performance hat Tonga laut AMD stark zugelegt und soll 1080p24-Filmmaterial bis zu 12 Mal schneller enkodieren können als in Wiedergabe-Geschwindigkeit. Der überarbeitete Unified Video Decoder kann laut AMD auch mit erhöhter Bildrate aufgezeichnete 4K-Videos wiedergeben. Wieviel die FirePro-Grafikkarten kosten und wann sie erscheinen sollen, ist unklar.

Neben den FirePro-Grafikkarten hat AMD auch angekündigt, die 3D-Schnittstelle Mantle in den Profi-Bereich bringen zu wollen. Konkrete Produkte mit Mantle-Support nannte AMD allerdings nicht. (mfi)