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CES

Nvidia für autonome und vernetzte Autos: weitere Drive-Bausteine und neue Partnerschaften

Nvidia erweitert sein Angebot an Entwickler-Tools im Automotive-Bereich; zudem ist die nächste Hardware-Plattform Xavier fast fertig. Das lockt weitere Autohersteller und Zulieferer an.

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Nvidia kündigt weitere Drive-Bausteine und neue Partnerschaften an

Jensen Huang stellt den neuen Xavier-Chip vor.

(Bild: c't / Florian Müssig)

Der klassische PC-Markt mit Neuerung wie BFGD war Nvidia-CEO Jensen Huang nur ein paar Worte wert: Seine CES-Pressekonferenz drehte sich hauptsächlich um den Automotive-Bereich. So hatte der Xavier-Chip vor rund zwei Wochen sein Tape-Out; erste Samples des Automotive-Computers will Nvidia noch im ersten Quartal verteilen – und die Massenproduktion soll noch vor Jahresende beginnen.

Jensen Huang vergleicht das neue Automotive-System Drive Xavier (links) mit dem bisherigen Drive PX2 (rechts) ...

(Bild: c't / Florian Müssig)

Drive Xavier löst die bisherige Entwicklerplattform Drive PX2 ab und verbrät nur noch 30 statt 300 Watt – damit eignet sich das System auch für den Einbau in Serienautos. Drive Xavier hat laut Huang genug Rechenleistung, um autonomes Fahren gemäß Level 3 und Level 4 zu ermöglichen. Für Level 5 reicht die Power aber nicht. Entwicklern in diesem Segment stellte Huang die Plattform Drive Pegasus in Aussicht, die wie bislang Drive PX2 mehrere Chips kombinert – in diesem Fall zwei Xavier- und zwei Volta-Chips. Diese Kombination verbrät über 400 Watt; Huang hofft, sie noch vor Jahresende verteilen zu können.

... und präsentiert das künftige Entwicklersystem Drive Pegasus.

(Bild: c't / Florian Müssig)

Je mehr Funktionen integriert werden, desto wichtiger wird die funktionale Sicherheit, also Redundanz und Fehlertoleranz der verwendeten Systeme. Nvidia strebt für all seine Automotive-Produkte deshalb eine Zertifizierung gemäß ISO 26262 ASIL-D an. Diese Bemühung fänden auch in anderen Industriezweigen Anerkennung, so Huang: Es habe unter anderem bereits Gespräche mit Flugzeugherstellern gegeben.

Während das Drive-Ökosystem bislang hauptsächlich zum autonomen Fahren verwendet wird, gebe es künftig auch viele Anwendungsszenarien, die direkter auf den Fahrer zugeschnitten sind. Sie werden ab sofort unter dem Namen Drive IX gebündelt. Erkennt das Auto beispielsweise seinen Besitzer per sowieso verhandener Kamera, dann könnte es ihm beispielsweise beim Einkaufen den Kofferraum öffnen – der obligatorische Fußschwenk unter der Stoßstange würde also entfallen. Alternativ könnte Drive IX die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr überwachen oder beim Aussteigen vor vorbeifahrenden Radfahrern warnen.

Unter dem Sammelbegriff Drive AR fasst Nvidia die Visualisierung der beim autonomen Fahren sowieso vorhandenen Daten zusammen. Es würde die Akzeptanz solcher Assistenzsysteme deutlich verbessern, wenn das Navi beispielsweise ein Live-Videobild anzeigt und darin passend die erkannte Fahrspur und andere erkannte und klassifizierte Verkehrteilsnehmer hervorhebt.

Laut Huang sind Nvidias Drive-Lösungen mittlerweile etablierte Entwicklungsplattformen für autonomes Fahren geworden. Dadurch habe man inzwischen über 320 Partner aus Wirtschaft und Forschung, die die Drive-Produkte einsetzen. Zu den neusten Partnern zählen Uber und Baidu – und Volkswagen.

Nvidia-Chef Jensen Huang und VW-Chef Herbert Diess hatten Spaß.

(Bild: c't / Florian Müssig)

VW-Markenchef Herbert Diess schildert denn auch auf der Bühne seine Vision von künftigen Autos und Mobilität ganz allgemein. So erwartet Diess zwar, dass durch autonomes Fahren neue Konzepte entstehen – Stichwort shared mobility –, doch sie seien eher Ergänzung denn Ablösung: Wer pendelt und häufig im Stau steht, freut sich zwar darüber, dass er sich dank eines autonomen Autos um andere Sachen als Stop & Go kümmern kann, doch dafür sei dann auch eine individuelle, gewohnte Umgebung wichtig – sprich ein eigenes Auto statt eines generischen Fahrzeugs eines Mobilitätsanbieters.

Diess gab aber auch zu verstehen, dass sich der Autobau nicht nur wegen anderen Antriebskonzepte im Umbruch befinde: Es sei klar, dass die mehrere Dutzend hochspezialisierten Chips, von denen sich jeder um eine spezielle Aufgabe kümmern, auf absehbare Zeit verschwinden werden. Stattdessen werden nur wenige, komplexere Chips diese Aufgaben übernehmen – Tesla lässt grüßen. (mue)

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