Nvidia präsentiert GeForce GTX 470 und GTX 480

Nvidia präsentiert seine ersten zu DirectX 11 kompatiblen GeForce GTX 470 und GTX 480. Sie sind schnell, aber auch heiß, laut und teuer.

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Von
  • Martin Fischer

Die GeForce GTX 480 (links) und GTX 470 sind Nvidias erste DirectX-11-Grafikkarten.

(Bild: c't)

Mit einem halben Jahr Verspätung hat Nvidia nun endlich seine besonders von vielen Spielern heiß erwarteten DirectX-11-Grafikkarten vorgestellt. Die GeForce GTX 470 und die rund 25 Prozent schnellere GTX 480 sind grundsätzlich auch in hohen Auflösungen für aktuelle Spiele ausreichend schnell und unterstützen zudem die stereoskopische 3D-Darstellung. Ihre VP4-Videoeinheit entlastet den Hauptprozessor beim Abspielen von hochaufgelösten Videomaterial und ist auch für kommende 3D-Blu-rays gerüstet.

Der GF100-Grafikchip einer GeForce GTX 480 besitzt 15 Streaming-Multiprozessoren mit insgesamt 480 Shader-Rechenkernen (1401 MHz). Die 60 Textureinheiten und 48 Rasterendstufen betreibt Nvidia mit 700 MHz. Der 1536 MByte große GDDR5-Speicher läuft mit 1848 MHz und ist über 384 Datenleitungen an den GF100-Grafikchip angebunden, sodass eine Datentransferrate von 177,4 GByte/s erreicht wird. Die GPU der GeForce GTX 470 besitzt einen Streaming-Multiprozessor weniger und kommt dadurch auf insgesamt 448 Shader-Rechenkerne, die 186 MHz langsamer laufen als bei der GeForce GTX 480. Auch bei den Textureinheiten (56) und Rasterendstufen (40) fallen ein paar Einheiten im Vergleich zur GTX 480 weg; zudem rechnen sie nur mit 607 MHz. Die GDDR5-Speicherbausteine der GeForce GTX 470 fassen 1280 MByte und werkeln mit 1674 MHz; das führt im Zusammenspiel mit dem 320-Bit-Interface zu einer Speicherbandbreite von 133,9 GByte/s.

Der GF100-Grafikchip besteht aus drei Milliarden Transistoren.

(Bild: Nvidia)

Die GeForce GTX 480 besitzt einen sechs- und einen achtpoligen Stromanschluss und soll laut Nvidia maximal 250 Watt aufnehmen. In unseren Messungen traten jedoch sogar Spitzen von bis zu 302 Watt auf. Durchschnittlich verheizt sie beim Spielen 207 Watt. Im Desktop-Betrieb (0,3 Sone) setzt die High-End-Grafikkarte mit 45 Watt ungefähr doppelt soviel wie ihr AMD-Konkurrent Radeon HD 5870 um, im Multimonitorbetrieb sind es bei der GTX 480 sogar inakzeptable 100 Watt. Nvidia empfiehlt ob der hohen Leistungsaufnahme mindestens ein 600-Watt-Netzteil, für die GeForce GTX 470 ein Exemplar mit 550 Watt. Letztere ist im Leerlauf ebenfalls sehr leise, beim Spielen liegt sie mit 1,6 Sone noch immer unter der GTX 480; wie auch bei der durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 170 Watt (Idle: 35 Watt). Die Grafikchips beider Grafikkarten wurden in unseren Tests bis zu 96 °C heiß.

In aktuellen 3D-Spielen ist eine GeForce GTX 480 in den meisten Fällen etwas schneller als eine Radeon HD 5870, viel nehmen sich beide Karten jedoch oft nicht. Beispielsweise kommt die GeForce-Karte auf 9115 Punkte im 3DMark Vantage (Extreme-Preset), eine Radeon HD 5870 auf 8855. Gleiches gilt für das Verhältnis zwischen GeForce GTX 470 (X7283) und Radeon HD 5850 (X7166).

In Crysis schafft die GTX 480 selbst bei 1920×1080 Bildpunkten und zweifacher Kantenglättung durchschnittlich 37 fps (2×AA, DX10), eine Radeon HD 5870 kommt bei gleichen Einstellungen auf 35 fps, die GeForce GTX 470 liegt mit 31 fps noch knapp vor der Radeon HD 5850 (30 fps). Immerhin bricht die GeForce in den kritischen Stellen nicht so stark ein und erreicht höhere Min-FPS. Besonders in sehr hohen Auflösungen bremst die vergleichsweise geringe Zahl von Textureinheiten jedoch die beiden neuen GeForce-Modelle aus. Im Vergleich zum Vorgänger, der GeForce GTX 285, rechnet eine GeForce GTX 480 je nach Spiel normalerweise zwischen 30 und 70 Prozent schneller.

(Video: Nvidias Tom Petersen erklärt Tessellation)

Deutlich fixer sind Nvidias neue GeForce-Karten, wenn Tessellation zum Einsatz kommt. Im Unigine-Benchmark rechnet die GeForce GTX 480 bei vierfachem Antialiasing rund 40 Prozent flinker als die AMD-Konkurrenzkarte HD 5870. Daher dürfte Nvidias neue GeForce-Serie erst in zukünftigen DirectX-11-Spielen, die auf Tessellation und DirectCompute setzen, ihre Trümpfe voll ausspielen können. Beim Rennspiel Dirt 2 sind die neuen GeForce-Karten schon deutlich schneller als ihre HD-5800-Pendants.


Die GeForce GTX 480 bindet bis zu zwei Monitore gleichzeitig an und kostet rund 480 Euro, eine oft ähnlich schnelle Radeon HD 5870 ist bereits für zirka 370 Euro zu haben. 350 Euro soll die GeForce GTX 470 kosten, die sich leistungsmäßig zwischen Radeon HD 5850 und HD 5870 einpendelt. Einen ausführlichen Test von Nvidias GeForce GTX 470 und GTX 480 finden Sie in c't 9/2010. (mfi)