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Nvidia tritt Linux Foundation bei

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Die durch ihre GeForce-Grafikchips bekannte, aber mit der Tegra-Platform seit einiger Zeit auch im Embedded-Markt aktive Firma Nvidia ist der Linux Foundation beigetreten. Die Firma erhofft sich von der Mitgliedschaft eine bessere Zusammenarbeit mit Organisationen und Entwicklern bei der Weiterentwicklung von Linux. Damit sind nun die drei den Grafikchipmarkt für PCs dominierenden Unternehmen Mitglieder der Linux Foundation, denn Intel und AMD gehören dieser schon länger an.

Nichts deutet indes darauf hin, dass dieser Schritt kurzfristigen Änderungen auf die Treiberpolitik von Nvidia hat. Für die eigenen Grafikkarten bietet das Unternehmen einen proprietären Linux-Treiber an und beteiligt sich nicht an der Entwicklung des quelloffenen und maßgeblich per Reverse Engineering entwickelten Treibers Nouveau, den die meisten PC-Linux-Distributionen standardmäßig für GeForce-Grafikchips konfigurieren. Zur Unterstützung der Kernfunktionen von Tegra-Chips entwickelt Nvidia hingegen unter der GPLv2 stehende Änderungen für den Linux-Kernel und bemüht sich aktiv und zumeist erfolgreich darum, diese in den Hauptentwicklungszweig von Linux zu integrieren, damit neue Linux-Versionen die Chips von Haus aus unterstützen.

Der Grafiktreiber für die ARM-Kerne enthaltenen Tegra-Chips ist allerdings ebenfalls proprietär. Laut Kernel-Entwickler Arnd Bergmann, der sich derzeit vorwiegend um größere Aufräum- und Umbauarbeiten im ARM-Code des Linux-Kernels kümmert, gibt es aber wohl einige Nvidia-Mitarbeiter, die sich intern für offenere Treiber stark machen; er erklärte zudem, es würde ihn nicht erstaunen, wenn Nvidia in nicht allzu ferner Zukunft damit beginne, an den freien Treibern mitzuarbeiten, wie es AMD oder Intel schon länger machen.

Neben Nvidia sind jetzt mit Fluendo, Lineo Solutions und Mocana noch drei weitere Firmen Mitglieder der Linux Foundation, die das Wachstum und die Entwicklung von Linux unterstützt und fördert; bei dem gemeinnützigen Konsortium sind unter anderem die Kernel-Entwickler Linus Torvalds und Greg Kroah-Hartman als Fellow beschäftigt.

Fluendo ist vor allem im der Entwicklung von Multimedia-Software tätig und arbeitet am Gstreamer-Framework mit, das nahezu alle großen Linux-Distributionen einsetzen. Bekannt ist die Firma unter anderem durch ihre kommerzielle DVD-Player- und Media-Center-Software für Linux sowie ein Gstreamer-Plug-in zur MP3-Wiedergabe, das kostenlos erhältlich ist. Die Firma hatte kürzlich erst angekündigt, bei der Förderung von Gstreamer mit der Firma Collabora zu kooperieren, die ebenfalls viel zur Gstreamer-Entwicklung beiträgt.

Lineo Solutions ist eine in Japan ansässige Firma mit Erfahrungen im Linux- und Embedded-Umfeld, die unter anderem das Linux-basierte Betriebssystem für den Sharp Zaurus entwickelt hat. Mocana ist eine in den USA ansässige Firma, die auf Sicherheitslösungen für verschiedene Mobil-Plattformen und Apps spezialisiert ist. (thl)