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Nvidias 3100-Euro-Grafikkarte Titan V verrechnet sich angeblich

Nvidias teure Volta-Grafikkarte kann offenbar bei komplexen, wissenschaftlichen Berechnungen falsche Ergebnisse ausspucken.

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Bericht: Nvidias 3000-Euro-Grafikkarte Titan V verrechnet sich

Nvidia Titan V

(Bild: Nvidia)

Bei besonders komplexen GPGPU-Berechnungen kann es vorkommen, dass manche Modelle der Nvidia-Grafikkarte Titan V Ergebnisse ausspucken, die sich von denen anderer Titan-V-Karten unterscheiden. Dies meldet The Register. Betroffen davon können Nutzer wissenschaftlicher Software sein, für Spieler sei das Fehlverhalten egal.

3000-Euro-Zufallszahlengenerator?

The Register beruft sich auf ein Gespräch mit einem Software-Ingenieur, der Berechnungen zur Interaktion zwischen Proteinen und Enzymen auf vier Titan-V-Karten durchführte. Zwei der vier Karten gaben in 10 Prozent der Fälle abweichende, fehlerhafte Ergebnisse aus. Das Verhalten sei nur auf der Titan V beobachtet worden, auf älteren Karten hätten die Wissenschaftler immer die gleichen Ergebnisse erzielt.

Nvidia Titan V (5 Bilder)

(Bild: Nvidia)

Woran die Rechenfehler liegen, ist derzeit unklar. Eine Antwort von Nvidia auf die heise-online-Anfrage steht noch aus. The Register spekuliert mit einem Verweis auf einen nicht näher genannten Branchenkenner auf eine Ursache im Speichersystem, das Lesefehler zur Folge haben könnte.

5120 Kerne und 12 GByte Speicher

Nvidias Titan V ist die erste frei erhältliche Grafikkarte mit einem Volta-Grafikchip. Die Titan V kostet 3100 Euro und lässt sich direkt auf der Nvidia-Website bestellen. Ihre Volta-GPU enthält 80 Streaming-Multiprozessoren mit insgesamt 5120 Shader-Kernenkernen. Sie führen theoretisch bis zu 14,9 Billionen Gleitkommaoperationen pro Sekunde bei einfacher Genauigkeit durch (TFlops, Single Precision).

Außerdem enthält die GPU 640 Spezialkerne – diese Tensor Cores sind nur eingeschränkt programmierbar, erreichen allerdings beim Training und Inferencing neuronaler Netzwerke eine Rechenleistung von bis zu 110 TFlops. Dazu hat die Titan V 12 GByte HBM2-Speicher, der eine Datenrate von knapp 653 GByte/s schafft. Nvidia gibt die Leistungsaufnahme der Titan V mit 250 Watt an.

(mfi)

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