zurück zum Artikel

Nvidias 3100-Euro-Grafikkarte Titan V verrechnet sich angeblich

Bericht: Nvidias 3000-Euro-Grafikkarte Titan V verrechnet sich

Nvidia Titan V

(Bild: Nvidia)

Nvidias teure Volta-Grafikkarte kann offenbar bei komplexen, wissenschaftlichen Berechnungen falsche Ergebnisse ausspucken.

Bei besonders komplexen GPGPU [1]-Berechnungen kann es vorkommen, dass manche Modelle der Nvidia-Grafikkarte Titan V [2] Ergebnisse ausspucken, die sich von denen anderer Titan-V-Karten unterscheiden. Dies meldet The Register [3]. Betroffen davon können Nutzer wissenschaftlicher Software sein, für Spieler sei das Fehlverhalten egal.

The Register beruft sich auf ein Gespräch mit einem Software-Ingenieur, der Berechnungen zur Interaktion zwischen Proteinen und Enzymen auf vier Titan-V-Karten durchführte. Zwei der vier Karten gaben in 10 Prozent der Fälle abweichende, fehlerhafte Ergebnisse aus. Das Verhalten sei nur auf der Titan V beobachtet worden, auf älteren Karten hätten die Wissenschaftler immer die gleichen Ergebnisse erzielt.

Nvidia Titan V (0 Bilder) [4]

[5]

Woran die Rechenfehler liegen, ist derzeit unklar. Eine Antwort von Nvidia auf die heise-online-Anfrage steht noch aus. The Register spekuliert mit einem Verweis auf einen nicht näher genannten Branchenkenner auf eine Ursache im Speichersystem, das Lesefehler zur Folge haben könnte.

Nvidias Titan V ist die erste frei erhältliche Grafikkarte mit einem Volta-Grafikchip. Die Titan V kostet 3100 Euro und lässt sich direkt auf der Nvidia-Website bestellen. Ihre Volta-GPU enthält 80 Streaming-Multiprozessoren mit insgesamt 5120 Shader-Kernenkernen. Sie führen theoretisch bis zu 14,9 Billionen Gleitkommaoperationen pro Sekunde bei einfacher Genauigkeit durch (TFlops, Single Precision).

Außerdem enthält die GPU 640 Spezialkerne – diese Tensor Cores sind nur eingeschränkt programmierbar, erreichen allerdings beim Training und Inferencing neuronaler Netzwerke eine Rechenleistung von bis zu 110 TFlops. Dazu hat die Titan V 12 GByte HBM2-Speicher, der eine Datenrate von knapp 653 GByte/s schafft. Nvidia gibt die Leistungsaufnahme der Titan V mit 250 Watt an.

(mfi [6])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4001320

Links in diesem Artikel:
[1] https://en.wikipedia.org/wiki/General-purpose_computing_on_graphics_processing_units
[2] https://www.heise.de/meldung/Monster-Grafikkarte-Nvidia-Titan-V-3100-Euro-fuer-5120-Kerne-und-12-GByte-Speicher-3914138.html
[3] https://www.theregister.co.uk/2018/03/21/nvidia_titan_v_reproducibility/
[4] https://www.heise.de/newsticker/bilderstrecke/bilderstrecke_3914175.html?back=4001320
[5] https://www.heise.de/newsticker/bilderstrecke/bilderstrecke_3914175.html?back=4001320
[6] mailto:mfi@ct.de