Nvidias Cloud Gaming GeForce Now im Test: Server-Hopping vom Feinsten

Mal eben eine Runde Doom, danach Metro Exodus auf maximalen Details – alles auf dem alten Macbook mit GeForce Now. Unser Test erklärt, wie gut das ist.

Lesezeit: 4 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 300 Beiträge

(Bild: Screenshot: Michael Wieczorek/heise online)

Von

Inhaltsverzeichnis

Nach jahrelanger Beta-Phase ist Nvidias Spielestreaming-Service GeForce Now gestartet. Registrierte Benutzer können das Angebot ohne Kosten nutzen, müssen sich dann aber auf jeweils eine Stunde Spielen am Stück beschränken. Zusätzlich gibt es mögliche Warteschlangen, um auf einen Server in Nvidias Cloud zu kommen. Raytracing-Effekte gibt es in der kostenlosen Version nicht zu sehen.

Nutzer, die 5,50 Euro pro Monat an Nvidia überweisen dürfen hingegen auch mit Raytracing, bis zu sechs Stunden am Stück und ohne Warteschlangen zocken. Wir haben den kostenlosen sowie kostenpflichtigen Service eine Woche ausprobiert, verglichen und an der Konkurrenz von Google Stadia gemessen.

Die Idee vom Spielestreaming ist höchst verführerisch: einfach so in GByte-große Schinken wie Final Fantasy XIV oder Doom reinschnuppern, ohne vorher lange die Spieldateien herunterladen zu müssen. Mal eben auf dem betagten Macbook Metro Exodus auf maximalen Grafikdetails inklusive Raytracing zocken. Unterwegs eine Runde MTG: Arena auf dem Android-Tablet daddeln. Alles, was bei Filmen, Serien und Musik längst Usus ist, wird durch moderne Encoding-Verfahren und separate Verbindungen für Nutzereingaben nun auch im Bereich Gaming möglich.

GeForce Now im Test (13 Bilder)

Doom (2016) läuft besonders flüssig und sieht trotz schneller Action sehr gut aus.
(Bild: Screenshot: Michael Wieczorek/heise online)

Nvidia verfolgt einen anderen Ansatz bei der Spieleauswahl als die Konkurrenz von Google oder Microsoft. Bei GeForce Now haben Spieler auch freien Zugriff auf ihre digital registrierten Spiele auf Steam, dem Epic Store sowie Ubisofts Uplay. Zum Testzeitpunkt waren die Spiele des Battle.net noch spielbar – die Verfügbarkeit wurde aber inzwischen seitens Activision-Blizzard gestrichen.

Ein leistungsstarker PC mit sündhaft teurer Grafikkarte ist zum Spielen über GeForce Now nicht nötig. Die Kunden verbinden sich mit den Server-Nodes von Nvidia und starten dort ihr Spiel. Während der Nutzer seine Eingaben per Maus und Tastatur oder Gamepad sendet, schickt der Server einen mit H.264 kodierten Videostream zurück auf das Endgerät des Kunden. Das kann ein Android-Tablet oder -Smartphone, Windows-PC oder Mac sein. Eine Sonderposition nimmt Nvidias Streaming-Box Shield ein. Diese bekommt als einziges Empfangsgerät einen Videostream mit h.265-Codec, um Bandbreite zu sparen und die Bildqualität zu verbessern. In allen Fällen beträgt die maximale Bitrate des Streams 50 MBit/s.

Spiele werden maximal mit einer Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln ausgegeben, die meisten Nutzer werden jedoch in Full-HD im 16:9-Bildformat spielen. Bis zu 60 Bilder pro Sekunde (fps) oder in 720p mit 120 fps sind möglich. Eine Option für 4K oder WQHD (2560×1440 Pixel) fehlt.

Nvidia gibt nicht an, welche Grafikleistung die Server haben. Wir haben uns daher für den Test bewusst Spiele ausgesucht, die durch integrierte Benchmarks Einblicke in die verbaute Hardware geben. Zusätzlich ist es möglich, durch das Drücken der Tastenkombination Strg+Alt+F6, Details wie den Datendurchsatz oder die Framerate zu erfahren.

Vergleich: Metro Exodus (GeForce Now vs Google Stadia)

Nvidia wählt die Server entsprechend der angeforderten Leistung: Starten wir Quake II RTX, Borderlands 3 oder The Division 2, spielen wir auf einem Achtkerner von Intel (CC150 @ 3,5 GHz) mit einer Tesla RTX T10, einer Server-Variante der GeForce RTX 2080. Für das genügsame MTG: Arena finden wir auf einem Server Platz, dem ein Xeon E5-2697 v4 mit der Server-Variante einer GTX-1080-GPU innewohnt.

In den meisten Fällen bieten die Server genügend Leistung für stabile 60 Bilder pro Sekunde. Eine Ausnahme in unserem Test war Quake II RTX. Die Raytracing-Version des Shooter-Klassikers fällt auf maximalen Details mitunter auf 40-50 fps. Störender als die Bildrate empfanden wir bei Quake II RTX außerdem die im Vergleich zu anderen getesteten Spielen höhere Eingabeverzögerung. Unabhängig davon, ob VSync ein oder ausgeschaltet ist – das Spiel steuert sich stets schwammig.