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Nvidias GeForce GTX 680 bringt Turbo-Technik und kommt noch im März

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Die ersten Fermi-Grafikchips enttäuschten mit zu hoher Leistungsaufnahme. Von der GeForce GTX 680 mit GK104-GPU erhoffen sich Spieler hohe Effizienz.

(Bild: c't)

Nvidia plant offenbar, noch im März die erste Grafikkarte mit Kepler-Grafikchip vorzustellen: Die GK104-GPU der GeForce GTX 680 aus der 28-Nanometer-Fertigung bindet 2 GByte GDDR5-Speicher über 256 Datenleitungen an. Dies bestätigten mehrere Hersteller auf der CeBIT gegenüber heise online. Später sollen demnach Varianten mit 4 GByte Speicher kommen. Die genaue Zahl der Shader-Rechenkerne ist noch unklar, man geht aber derzeit von 1536 Stück aus.

Eine wesentliche Neuerung im Vergleich zur aktuellen Generation der Nvidia-GPUs ist das sogenannte Dynamic Clocking oder auch Dynamic Clock Adjustment. Diese Turbo-Schaltung für den Grafikchip funktioniert ganz ähnlich wie Intels Turbo Boost oder AMD Turbo Core: Nvidia setzt für Kepler-Grafikkarten eine maximale Leistungsaufnahme fest, die sie nicht überschreiten dürfen. In Spielen liegt die durchschnittliche Leistungsaufnahme normalerweise weit unter diesem Wert. Dann können Kepler-Grafikkarten die GPU-Taktfrequenz im laufenden Betrieb und automatisch anheben, bis sie entweder an die festgelegte Grenze der Leistungsaufnahme stoßen oder an einen im Grafikkarten-BIOS hinterlegten Maximalwert für die 3D-Taktfrequenz. Die Werte für 3D und 3DMax stehen nach Angabe einer Quelle in einem festgelegten Verhältnis zueinander, ein üblicher Spielraum wäre zwischen 5 und 7 Prozent. Die dynamische Turbo-Automatik dürfte Benchmark-Vergleiche mit anderen Grafikkarten erschweren. Allerdings war von einigen Herstellern zu hören, dass es zum Marktstart der GTX 680 Ende März zunächst keine OC-Versionen geben wird.

Nvidia-CEO Huang versprach auf der letzten GPU Technology Conference, bei Kepler die Double-Precision-Leistung pro Watt deutlich zu steigern.

(Bild: c't)

Der Begriff Marktstart ist im Zusammenhang mit der GeForce GTX 680 relativ zu sehen, meinen mehrere der von heise online befragten "Boardpartner", also Grafikkartenhersteller: Sie erwarten, dass Nvidia zunächst nur kleine Stückzahlen von Kepler-Grafikchips ausliefern kann. Einige Partner sollen anfangs überhaupt nichts abbekommen. Andere kritisierten die restriktive Informationspolitik von Nvida: "Wir wissen von fast nichts, obwohl wir die Karten bald verkaufen sollen". Selbst über Preise sind die Hersteller nach eigenen Angaben bisher nicht informiert. Dabei steht eine Vorführung der GeForce GTX 680 sehr kurz bevor: Schon morgen will Nvidia in San Francisco wenigen ausgewählten Journalisten die kompletten technischen Details verraten. Die Teilnehmer der Veranstaltung wurden kurz vor der CeBIT überraschend eingeladen. Nvidia befindet sich derzeit in der Defensive gegenüber AMD: Der Konkurrent hat schon mehrere Varianten seiner 28-nm-GPUs der Baureihen Radeon HD 7000 mit PCI-Express-3.0-Schnittstelle auf den Markt gebracht, die nicht nur zu DirectX 11.1 kompatibel und sehr schnell sind, sondern auch im Leerlauf sparsam. Der Marktanteil von Nvidia ist zuletzt gesunken.

In Battlefield 3 soll die GeForce GTX 680 rund 10 Prozent schneller sein als die AMD Radeon HD 7970.

(Bild: c't)

Wenig Konkretes konnten wir auf der Messe über die zu erwartende 3D-Performance der GeForce GTX 680 in Erfahrung bringen. Die im Internet kursierenden Gerüchte, wonach die GTX 680 das aktuelle AMD-Spitzenmodell Radeon HD 7970 um bis zu 25 Prozent überflügeln soll, wollte allerdings niemand bestätigen. Stattdessen wurde behauptet, der 28-nm-Erstling von Nvidia sei in Battlefield 3 rund 10 Prozent schneller als eine Radeon HD 7970 und im DirectX-11-Benchmark 3DMark 11 sogar unterlegen.

Im April sollen der GeForce GTX 680 Mittelklasse-Karten mit GK107-Grafikchips folgen. Anlässlich der vom 14. bis 17. Mai stattfindenden GPU Technology Conference plant Nvidia derzeit, eine Dual-GPU-Grafikkarte mit zwei GK104-Grafikchips vorzustellen. Vom großen GK110-Chip, der Gerüchten zufolge 2304 Shader-Rechenkerne enthalten soll, ist bis zum Sommer nichts zu sehen. Er dürfte zuerst auf Tesla-Rechenkarten für Supercomputer und andere HPC-Systeme zum Einsatz kommen. (mfi)