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O2 verschärft nach erstem Umsatzrückgang Sparkurs

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Der deutsche Mobilfunkbetreiber O2 hat im vorigen Quartal 843 Millionen Euro Umsatz erzielt. Darin sind zehn Prozent von Telefonica Deutschland enthalten, das in der nun vorgelegten Bilanz mit aufgeführt wird. In seiner Mitteilung vergleicht O2 die Umsatzzahl mit den auf zwei Monate gekürzten Vergleichsabschnitt Februar und März 2006, wodurch sich eine Umsatzsteigerung von etwa 270 Millionen Euro ergibt. Die Firmenmutter Telefonica weist aber in ihrer heutigen Mitteilung bereinigt einen Umsatzrückgang von 3 Prozent aus, dem ersten in der Firmengeschichte von O2.

"Ich glaube nicht, dass wir an die Wachstumsgrenze gestoßen sind", sagte O2-Chef Rudolf Gröger heute in München laut dpa. Im Gesamtjahr rechne er mit einem Umsatzzuwachs. Dennoch will O2 den Sparkurs nochmal verschärfen. In diesem Jahr sollen die Kosten um 80 Millionen gedrückt werden, 2008 dann sogar um einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Wie viele Arbeitsplätze dies kosten wird, ließ O2 offen.

Im vergangenen Jahr wurden die Kosten laut Gröger um 40 Millionen gesenkt. Auch in diesem Jahr sei die Effektivität gesteigert worden. Dabei seien 250 Stellen gestrichen worden. Allerdings seien in etwa ebenso viele Arbeitsplätze vor allem im Geschäftskundenbereich neu geschaffen worden. Auch bei den weiteren Sparplänen sei mit Stellenabbau zu rechnen. "Natürlich werden wir um Personalabbau nicht umhinkommen", sagte Gröger. Eine Zahl wollte er aber noch nicht nennen. Die Financial Times Deutschland hatte am Vortag berichtet, bis zu 1000 der rund 4900 Arbeitsplätze seien bedroht. Gröger sagte lediglich, diese Zahl stehe "nicht auf einer vernünftigen Basis".

O2 berichtet zum ersten Mal ein OIBDA (operational income before depreciation and amortization), das weitgehend dem EBITDA entspreche. Dieses habe im ersten Quartal 161 Millionen Euro betragen. Der durchschnittliche Umsatz je Kunde (ARPU) betrug im ersten Quartal 20,5. Er liege deutlich über dem Marktdurchschnitt, teilt O2 mit. Nach Umsatz aus dem Mobilfunkgeschäft beansprucht O2 einen Marktanteil bei rund 14 Prozent. Damit sei das Unternehmen die Nummer 3 im deutschen Mobilfunkmarkt. Nach Kundenzahl ist O2 der viertgrößte und damit kleinste deutsche Mobilfunkbetreiber.

Die Zahl der Mobilfunkkunden stieg im ersten Quartal um 159.000 auf 11,2 Millionen. Damit war die Zahl der Kunden zwar um 11 Prozent höher als vor einem Jahr. Im traditionell stärkeren Weihnachtsquartal hatte O2 aber noch 396.000 Neukunden gewonnen. Mehr als die Hälfte seien Postpaid-Kunden, deren durchschnittlicher Umsatz deutlich über dem von Prepaid-Kunden liege. O2 habe mit einem Anteil von insgesamt 50 Prozent Postpaid die "werthaltigste Kundenbasis im deutschen Mobilfunkmarkt". Insbesondere seien die Tarife Genion SML und Genion Card SML gut angenommen worden, die von 758.000 Neu- und Bestandskunden gewählt worden seien. Für das seit Oktober 2006 angebotene DSL habe O2 mittlerweile 31.000 Kunden gewinnen können. Telefonica Deutschland habe über sein Wholesale-Geschäft mittlerweile 259.000 Kunden. (anw)