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ODG R-8 und R-9 ausprobiert: Mixed-Reality-Brillen ab 1000 Dollar

Datenbrillen, die die Realität mit Computergrafik anreichern können, waren bislang sowohl klobig als auch teuer. ODG will das ändern: Die R-8 soll für unter 1000 US-Dollar in den Handel kommen, die R9 für 1800 Dollar. Wir haben die Brillen ausprobiert.

ODG R-8 und R-9: Mixed-Reality-Brillen ab 1000 Dollar ausprobiert

ODG R-9 (links) und R-8 blenden in die transparenten Brillengläser räumliche Bilder ein.

(Bild: heise online / jkj)

Eine Mixed-Reality-Brille so unauffällig und leicht wie eine Sonnenbrille: Diesem Traum will die Osterhout Design Group (ODG) mit seinen neuen Modellen R-8 und R-9 zumindest ein bisschen näherkommen. Zumindest im Vergleich zur klobigen Microsoft Hololens wirken die ODG-Brillen sehr filigran. Die R-8 bringt laut Hersteller "weniger als 4 Unzen" (rund 113 Gramm) auf die Waage, die R-9 wiegt 6,5 Unzen (rund 184 Gramm).

Bei einem kurzen Probelauf auf der CES saßen beide Brillen zumindest auf meinem Gesicht nicht sonderlich angenehm – das lag vor allem daran, dass das Gewicht vor allem auf der Nase lastet, eine Hinterkopf-Stütze wie bei der Hololens gibt es nicht. Ebenfalls unschön: Eine (Korrektur-)Brille passt nicht unter die R-8 und R-9, unter der Hololens ist mehr Platz.

Bei den ODG-Brillen lastet das Gewicht vor allem auf der Nase.

Besser als bei der Microsoft-Konkurrenz fällt das diagonale Sichtfeld (FOV) aus: ODG gibt es bei der R-9 mit 50 Grad an, bei der R-8 mit 40 Grad. Über den Sichtwinkel der Hololens spricht Microsoft nicht, wir schätzen aber, dass er kleiner ist als 40 Grad. Mit den Sichtwinkeln aktueller Virtual-Reality-Headsets wie Oculus Rift und HTC Vive können die Mixed-Reality-Brillen aber bei weitem nicht mithalten.

Auf den ODG-Brillen läuft eine von ODG modifizierte Android-7.0-Variante namens Reticle OS. Angetrieben werden sie von Qualcomms neuem Snapdragon-835-SoC. Neben Headtracking über Magnetometer, Gyroskop und Beschleunigungssensor beherrschen die Brillen laut ODG auch kamerabasiertes Positionstracking. Ausprobieren konnte ich das Positionstracking mangels installierter Mixed-Reality-Demos nicht, sondern musste mit einem 360-Grad-Video vorliebnehmen – indem ich mich aber zumindest umschauen konnte. Das Headtracking wirkte leicht träge.

Wenig zu meckern gab es dagegen in Sachen Bildqualität, vor allem bei der R-9: Zwei 1080p-OLED-Displays (eines für jedes Auge) erzeugen ein knackscharfes Bild. In der R-8 sind 720p-Displays verbaut, die ebenfalls für einen ordentlichen Bildeindruck sorgen, auch wenn der Auflösungs-Unterschied deutlich sichtbar ist.

Die ODG R-9 soll im zweiten Quartal 2017 für voraussichtlich 1800 US-Dollar ausgeliefert werden, zuerst nur für Entwickler. Die R-8 kommt später (angepeilt ist die zweite Jahreshälfte) für voraussichtlich weniger als 1000 US-Dollar. (jkj)

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