Menü

OLED-Monitor zum Aufrollen

Sharp hat ein aufrollbares OLED-Display entwickelt. Der 4K-Schirm mit 76 Zentimeter Diagonale würde als kompakter Fernseher ebenso taugen wie als Monitor.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 130 Beiträge
Von

Der 30-zöllige organische Panel zum Aufrollen von Sharp wiegt nur 100 Gramm, ist 0,5 Millimeter dünn und erlaubt einen Biege- beziehungsweise Rollradius von 4 Zentimeter. Er steckt in einer Kiste und schiebt sich auf Knopfdruck aus dieser hervor. Hierdurch wird anders als bei faltbaren Smartphones ein sehr gleichmäßiger Druck auf das OLED-Panel gewährleistet.

Im Gegensatz zu LG, deren aufrollbares Signature TV eine organische Leuchtschicht plus davor sitzende Farbfilter nutzt, stecken im OLED von Sharp rote, grüne und blaue selbstleuchtende Subpixel. Licht schluckende Farbfilter – es gehen zwei Drittel des Lichts und damit viel Energie an diesen verloren – sind deshalb überflüssig.

Sharp zeigt rollbares OLED (Quelle: Sharp)

Sharp setzt zur Ansteuerung auf Pixeltransistoren in der selbst entwickelten IGZO-Technik. Die Bildoptimierung wurde zusammen mit dem japanischen NHK entwickelt. Bewegtbilder kann das OLED mit 3840 × 2160 Bildpunkten 60 Mal pro Sekunde auffrischen (2160p/60). Ein Prototype des neuen OLED-Schirms soll erstmals am 13. November auf der japanischen Inter BEE 2019 gezeigt werden.

Vor einiger Zeit hatte Sharp auch kleinere faltbare OLEDs für Smartphones gezeigt und bereits die Serienproduktion aufgenommen. Diese wurde nach Einschätzung von koreanischen Markbeobachtern jedoch im August wieder gestoppt: Sharp sei zu der Einsicht gekommen, im Rennen gegen die chinesische und koreanische Konkurrenz auf diesem Gebiet nicht bestehen zu können. Möglicherweise rechnet sich Sharp bei den größeren OLED-Schirmen bessere Chancen aus.

Das 30-zöllige OLED schiebt sich auf Knopfdruck aus der Kiste.

(Bild: Sharp)

Zumindest Samsung tut sich bei großen organischen Displays derzeit noch schwer. Immerhin hat das koreanische Unternehmen kürzlich angekündigt, bis 2025 knapp 11 Milliarden Dollar in die Entwicklung von sogenannten Quantum-Dot-OLEDs zu stecken. c't hatte bereits Anfang des Jahres über diese OLED-Variante mit Nanopartikeln berichtet, deren Einführung dann aber doch nicht ganz so schnell erfolgte wie gedacht. Bei den QD-OLEDs handelt es sich um Nanopartikel, die vor einer blau leuchtenden organischen Schicht sitzen und das blaue Licht in grünes und rotes Licht wandeln. Die organische Leuchtschicht wird zunächst großflächig aufgebracht und die Quantenpunkte für die roten und grünen Subpixel dann im Pixelraster aufgedruckt. QD-OLEDs benötigen deshalb wie das von Sharp angekündigte OLED keine Farbfilter. Außerdem wären die QD-OLEDs theoretisch aufrollbar.

Aus China könnte derzeit allenfalls BOE beim Rennen um die großen organischen Schirme mithalten. Ob das chinesische Unternehmen BOE dabei ohne Farbfilter auskommt, scheint aber eher unwahrscheinlich.

(uk)