OLED-TVs (fast) ohne Einbrennen

Philips verspricht, mit einer automatischen Erkennung statischer Inhalte das Einbrennen am organischen TV-Schirm um 95 Prozent zu minimieren.

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In seinen Smart-TVs hat Philips sowohl OLEDs als auch LCD-TVs im Programm. Um Einbrennen am organischen Display künftig zu verhindern, will der Hersteller Senderlogos und ähnliche statische Inhalte im Betrieb erkennen und automatisch dimmen. Laut Chefentwickler Danny Tack reduziere diese Maßnahme das Einbrennen um 95 Prozent.

Außerdem wies Tack darauf hin, dass Einbrennen vor allem dann auftrete, wenn die vorgesehenen Reinigungsmechanismen ausblieben, weil der Fernseher vorzeitig vom Stromnetz getrennt wird. Über mögliche Einbrenneffekte und Gegenmaßnahmen hat c’t ausführlich berichtet.

Den zur CES vorgestellten Filmmaker Modus werde Philips in künftigen TVs ebenfalls anbieten und ihn für ältere Geräte per Firmware-Update nachliefern. Der Modus soll dafür sorgen, dass die Darstellung am TV-Bildschirm so aussieht, wie sie vom Filmeschaffenden gedacht war. Dazu müssen die Bildoptimierungen der TV-Hersteller weitgehend deaktiviert werden. Zusätzlich soll auch die Umgebungshelligkeit berücksichtigt werden.

Danny Tack hielt indes nicht damit hinterm Berg, was er von diesem Modus hält: Die Darstellung wirke im Gegesatz zu den von TV-Herstellern angebotenen Bildmodi etwas ausdruckslos. Tack bezweifelte zudem, dass Schauspieler Tom Cruise in Sachen Bildbeurteilung kompetenter sei als Leute, die seit Jahren in der TV-Entwicklung tätig sind.

Nach unserer Einschätzung entspricht der Filmmaker-Modus im Wesentlichen dem Movie-Modus vieler TVs: Es wird möglichst wenig an der Bildausgabe manipuliert und die Zwischenbildberechnung deaktiviert. Wie gut der Modus für kontraststarke Signale etwa im Format Dolby Vision taugt, muss sich noch zeigen.

In etlichen LCD-TVs will Philips 2020 wieder Displays mit VA-Technik nutzen. Vor zwei Jahren hatte der Hersteller komplett auf IPS umgestellt.

Für einige seiner LCD-TVs will Philips in diesem Jahr wieder VA-Panels nutzen. Vor zwei Jahren hatte sich der Hersteller komplett auf den Einsatz der IPS-Technik verlegt und dies vor allem mit der geringeren Blickwinkelabhängigkeit begründet. Inzwischen habe die VA-Technik diesbezüglich aber enorme Fortschritte gemacht, erklärte Danny Tack auf Nachfrage. Angesichts der Vorteile wie die höhere Leuchtdichte und besseren Kontraste komme Philips um VA nicht mehr herum.

Welche TVs genau IPS und welche VA nutzen, wissen wir noch nicht. Auf jeden Fall wird es für ein und dasselbe TV-Modell nur jeweils eine Panelvariante geben, aussuchen können sich die Nutzer die Paneltechnik also nicht.

Einige Premium-TVs des Herstellers nutzen ein Soundsystem von Bowers & Wilkins, 2020 sind das die neuen LCD-TV-Serien 9235 und 9435. Die Lautsprecher hängen hier ähnlich wie eine Soundbar unter dem Schirm, sind aber fest mit dem Display verbunden. Das 4K-TV 43PUS9235 mit 43-Zoll-Diagonale integriert ein 2.1-Soundsystem, die TVs der 9435-Serie mit 55 und 65 Zoll Diagonale (55PUS9435 un 65PUS9435) unterstützen über nach oben feuernde Speaker zudem Dolby Atmos. Preise für die geannnten Geräte gab Pilips noch nicht bekannt.

Wer den Deckensound von Dolby Atmos gern höre möchte ohne einen neuen Fernseher zu kaufen, kann sein bestehendes Gerät um eine Soundbar ergänzen. Philips bietet mit der PB603 (ab 354 €) in diesem Jahr eine Atmos-Soundbar an, die dank 200-Watt-Speaker und 100-Watt-Subwoofer ordentlich Wumms hat.

Die neuen TV-Modelle mit organischem Schirm, OLED805 und OLED855, unterstützen mit ihrem 50-Watt-Soundsystem ebenfalls Dolby Atmos. Ihre Bildqualität soll per KI verbessert werden. Dafür hat Philips alle Inhalte in fünf Kategorien eingeteilt: Landschaft & Natur, Hauttöne, Sport & Bewegung, Schwarz & Kontrast und Animation. Die Software analyisert die Bilder, ordnet sie einer der genannten Kategorien zu und optimiert daran die Darstellung. Die OLED-TVs sollen ab Juni erhältlich sein, Preise nannte Philips noch nicht. (uk)