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OLPC-Initiatorin entwickelt neues Notebook-Display

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Zur Eröffnung der Display Week 2008 lauschten Hunderte von Display-Spezialisten gebannt den Ausführungen von Marie Lou Jepsen. Die charismatische Mitinitiatorin des Bildungsprojekts OLPC und Gründerin der Nachfolgeorganisation Pixel Qi schilderte die OLPC-Initiative von ihren Anfängen – der oft belächelten Idee von Jepsen im Jahr 2004, jedem Kind auf der Welt zu einem Laptop zu verhelfen – bis zur beeindruckend schnellen Realisierung eines kostengünstigen Notebooks. Seit November 2007 läuft die Serienproduktion des OLPC beim OEM-Spezialisten Quanta, der 40 Prozent aller Notebooks weltweit produziert.

OLPC-Initiatorin entwickelt neues Notebook-Display (6 Bilder)

Der OLPC-Nachfolger XO2 mit zwei Touchscreens

Nach Ansicht von Jepsen ist das Display eine der wesentlichen Komponenten im Notebook, seine Bedeutung würde aber bislang von den meisten Notebook-Herstellern völlig unterschätzt. Für die OLPC-Initiative entwickelte Jepsen ein gänzlich neues Display-Konzept, um die besonderen Anforderungen des OLPC-Notebooks – geringe Leistungsaufnahme, unter hellem Sonnenlicht ebenso gut lesbar wie im Dunkeln, billig – zu realisieren. Heraus kam die besondere Pixelstruktur und Ansteuerung, bei der in der reflektiven und transmissiven Betriebsart unterschiedliche Bereiche in jedem Bildpunkt genutzt werden (siehe dazu auch c't 21/07). Das Display wird vom taiwanischen LCD-Hersteller Chi Mei (CMO) gefertigt, die OLPC-Notebooks von Quanta.

Die Realisierung des Projekts erfolgte ungewöhnlich schnell: Von der Idee im Jahr 2004 über den ersten LCD-Prototyp im August 2006 gab es im November 2006 das erste Beta-Notebook, im Januar darauf folgte der Pilotstart in zirka 30 Ländern, bis im November 2007 die Serienfertigung anlief. Andere Unternehmen haben die Idee eines extrem kostengünstigen Notebooks inzwischen aufgegriffen und werden beispielsweise auf der kommenden Computex diverse Geräte vorstellen.

Für die ehemalige Technikchefin von Intels Display-Abteilung ist die Arbeit damit aber keineswegs beendet – Jepsen gründete kürzlich die Firma Pixel Qi, um das Display des OLPC-Nachfolgers zu entwickeln. Ehrgeiziges Ziel für den XO2: Zwei Touchscreens und maximal 1 Watt Leistungsaufnahme zum Preis von 75 US-Dollar. (uk)

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