OParl: Open-Data-Standard für Bürgerinformationen vom Amt

Das Wirtschaftsministerium will Behörden verpflichten, ihre Informationen zu veröffentlichen und nutzbar zu machen. Ein übergreifender Standard soll die Nutzung der offengelegten Daten vereinfachten.

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Mit einem gemeinsamen Standard für Bürgerinformationssysteme wollen Open-Data-Aktivisten, Software-Anbieter und Forscher die Bürgerinformationssysteme vereinheitlichen. Das Ziel: Die Daten aus allen deutschen Rathäusern und Parlamenten sollen für jedermann nutzbar gemacht werden. Die erste Version von OParl steht jetzt zur zur Diskussion bereit.

Hintergrund der Initiative: Zwar haben viele Kommunen bereits die Vorteile von OpenData und Bürgerpartizipation entdeckt, und stellen Ratsdokumente für jedermann ins Netz. Doch die Umsetzung überzeugt Open-Data-Aktivisten oft nicht. „Es handelt sich meist um Systeme, die eigentlich nur zur internen Ratsarbeit gedacht waren, an die öffentliche Webinterfaces rangeflanscht wurden“, sagt Mitinitiator Marian Steinbach im Gespräch mit heise open. So fehlten oft Funktionen wie eine Volltextsuche, barrierefreie Dokumente seien eine Seltenheit.

Die Zeit drängt, will man Wildwuchs vermeiden. So hat das Bundeswirtschaftsministerium am Montag den Entwurf eines Informationsweiterverwendungsgesetz vorgelegt, das den öffentlichen Sektor dazu verpflichtet, seine Informationen zu veröffentlichen und nutzbar zu machen. „Insbesondere soll erreicht werden, dass ein grenzübergreifendes Angebot von Produkten und Dienstleistungen besteht, das die Weiterverwendung vergleichbarer Datensätze europaweit ermöglicht“, heißt es auf der Webseite des Ministeriums. Informationssilos mit unterschiedlichem Zugang je nach Behörde, Bundesland oder Gemeinde sind nicht erwünscht.

Mit dem OParl-Standard sollen die Grundfunktionen für Ratsdokumente vereinheitlicht werden. Davon könnten zum Beispiel Ratsmitglieder profitieren, wenn sie alle notwendigen Dokumente in eine Tablet-App laden können; Bürger könnten Entscheidungen leichter einsehen. Ziel ist es aber auch, übergreifende Recherche möglich zu machen, um beispielsweise bundesweit die Diskussionen zu einem Thema wie neu zu bauenden Stromtrassen gegenüberzustellen. Wie Steinbach betont, sind auch die etablierten Hersteller von Ratssystemen an der Durchsetzung eines gemeinsamen Standards interessiert.

OParl setzt auf eine REST-Schnittstelle, über die die gewünschten Informationen über jeweils eine URL abgerufen werden können. Zur Ausgabe verwendet die Spezifikation JSON-LD, eine Anfang des Jahres vorgelegte JSON-Erweiterung für verlinkte Daten. Noch bis zum 12. Juni sollen Interessierte der Initiative Input geben, um die Spezifikation für alle Seiten nutzbar zu machen. (odi)