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Obama steckt 500 Millionen US-Dollar in Forschung zur Produktionstechnik

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US-Präsident Barack Obama will 500 Millionen US-Dollar für gemeinsame Forschungen von Privatwirtschaft, staatlichen Einrichtungen und Hochschulen auf den Gebieten Sicherheitstechnik, Materialforschung, energieeffiziente Herstellungsverfahren und Robotik bereitstellen. Das gab Obama während eines Besuchs der Carnegie Mellon University in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania bekannt. Die Investitionen in Informations-, Bio- und Nanotechnik sollen den Boden für hochwertige Jobs bereiten und den US-Unternehmen dabei helfen, Kosten einzusparen, die Qualität und die Produktentwicklung zu verbessern.

70 Millionen US-Dollar sollen für die Robotikforschung an die Forschungseinrichtung National Science Foundation, die Weltraumbehörde NASA, die Gesundheitsbehörde National Institutes of Health und an das Landwirtschaftsministerium gehen. Dabei geht es laut Obama unter anderem um Roboter, die vom Militär eingesetzt werden können oder Menschen schwere Arbeit abnehmen sollen. Im Rahmen der "Materials Genome Initiative" werden 100 Millionen US-Dollar für Unternehmen bereitgestellt, die neue Materialien erforschen, entwickeln und herstellen. Das US-Energieministerium erhöht sein Budget für die Erforschung innovativer Produktionsprozesse um zunächst 120 Millionen US-Dollar. Der Löwenanteil von 300 Millionen US-Dollar geht an die Ministerien für Verteidigung, innere Sicherheit, Energie, Landwirtschaft und Handel. Zusammen mit Unternehmen sollen sie Techniken erforschen, die verhindern, dass für die nationale Sicherheit wichtige Produktionsprozesse gestört oder unterbrochen werden.

Barack Obama an der Carnegie Mellon University.

Mit dem "Advanced Manufacturing Partnership" genannten Programm geht es Obama insbesondere darum, die "Renaissance" der US-amerikanischen Fertigungsindustrie in Gang zu bringen. Der Wissenschafts- und Technikbeirat des Weißen Hauses hatte kürzlich zu dem Thema einen Bericht (PDF-Datei) mit Empfehlungen vorgelegt. Darin heißt es, auf dem Gebiet der fortgeschrittenen Fertigungstechnik wiesen die USA seit 2001 ein Handelsdefizit auf, das bis 2010 auf 81 Milliarden US-Dollar angewachsen sei. Die USA hinkten hier Deutschland und Japan hinterher. Schuld sei nicht nur die Verlagerung von Produktionsstätten in Länder mit geringeren Lohnkosten; in den USA sei seit Jahren immer weniger in Forschung zur Produktion von beispielsweise Notebooks und Lithium-Ionen-Akkus investiert worden. Die damit verbundenen Arbeitsplätze seien ins Ausland abgewandert. (anw)