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Obdachlose als wandelnde Hotspots

Zwölf Männer und eine Frau arbeiten auf der Konferenz SXSW Interactive in Austin, Texas, versuchsweise als wandelnde WLAN-Hotspots. Sie tragen ein Gerät, das sich mit Verizons LTE-Netz verbindet. Der Nutzer kann so mit seinem eigenen WLAN-fähigen Gerät online gehen. Den Preis dafür bestimmt der Kunde selbst. Die 13 Anbieter sind allesamt obdachlos und behalten das eingenommene Geld jeweils für sich.

Das Projekt "Homeless Hotspots" hat in den USA eine intensive Diskussion ausgelöst. Kritiker meinen, dass Obdachlose zu Infrastruktur degradiert würden. Zudem profilierten sich die Initiatoren des Projekts auf dem Rücken einer Randgruppe.

Initiiert wurde das Projekt von der Werbeagentur BBH, die dabei aber kein Produkt bewirbt. "Wir verkaufen nichts. Es ist keine Marke involviert. Es gibt überhaupt keinen kommerziellen Vorteil", betont Saneel Radia von den BBH Labs in New York. Er sieht in den Hotspots eine Weiterentwicklung der Obdachlosen-Zeitschriften. Doch in diesen stellen die Wohnungslosen ihre Sicht der Dinge dar, was beim Internetzugang nicht der Fall ist.

Dieser Kritik stimmt Radia zu. Eine eigens eingerichtete Startseite sei mit den benutzten Geräten aber nicht möglich gewesen. Gerne sähe er Abwandlungen des Projekts, bei der Obdachlosen-Organisationen ihre eigenen Inhalte verbreiteten. Mit der SXSW Interactive geht auch der Beta-Test von Homeless Hotspots am heutigen Dienstag zu Ende. BBH hofft, dass sich die Idee weiterverbreitet. (Daniel AJ Sokolov) / (anw)

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