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Obike: Fahrräder wechseln Besitzer, Verleiher bleibt auf Tauchstation

Nach dem Abtauchen des Bikesharing-Anbieters Obike sind nun 50.000 seiner Räder an eine Zürcher Firma gegangen. Diese baut zunächst die Bestände in Hamburg ab.

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Obike: Fahrräder wechseln Besitzer, Verleiher bleibt auf Tauchstation

Weitere 2000 Fahrräder aus der Flotte des Leihrad-Anbieters Obike stehen seit Mittwoch an einer Lagerhalle nahe Hamburg zum Verkauf. Bisher seien dort bereits 10.000 der silber-grauen Räder an Privatleute, Firmen und Hotels verkauft worden, sagte der Besitzer der Lagerhalle, Harald Ploß. Er hatte sie für den umstrittenen Anbieter aus Singapur eingelagert. Das durch Datenlecks und Qualitätsmängel umstrittene Obike verleiht seit dem vergangenen Jahr in mehreren europäischen Städten Räder, die Passanten via App mieten können.

In Deutschland wuchsen in den vergangenen Wochen und Monaten die Probleme mit den Leihrädern. Obike war für die Städte nicht mehr erreichbar, die Velos standen vielerorts im Weg. Eine Partnerfirma, das Zürcher Transportunternehmen Umzug 24, hat nach eigenen Angaben mehr als 50.000 Obikes in Europa übernommen – darunter auch die in Hamburg eingelagerten – und verkaufe sie nun unter anderem an Großhändler in Düsseldorf, Hamburg und München. "Wir hoffen, dass wir am Ende eine schwarze Null schreiben", sagte der Chef von Umzug 24, Firat Kutal, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Viele Städte, in denen die Räder weiter im Weg stehen und oft Ziel von Vandalismus werde, beginnen mit dem Aufräumen: Hannover lässt Obikes, die eine Behinderung oder sogar eine Gefahr für den Verkehr darstellen, wegräumen. Bei allen anderen, ordnungsgemäß abgestellten Obikes, fehle eine Handhabe, sagte eine Sprecherin.

Frankfurt kennzeichnet die Räder derzeit mit gelben Banderolen und will sie demnächst entfernen, wie ein Sprecher des Dezernats auf Anfrage sagte. München hatte Obike schon vor Monaten gebeten, einen Großteil der Räder zu entfernen, aber auch dort stehen sie immer noch. In Hamburg hatte Obike laut Verkehrsbehörde zwar Mitte 2017 versucht, einen Fuß in den Markt zu bekommen, daraus wurde aber nichts. Daher kamen sie in der Hansestadt gar nicht erst auf die Straße und blieben im Lager.

(mon)