Oculus Link ausprobiert: Das VR-Headset Quest ist jetzt ein richtig gutes PC-Headset

Oculus hat dem autarken VR-Headset Quest eine PC-Verbindung per USB spendiert. Das klappt super - wenn man die richtige (Nvidia-)Grafikkarte hat.

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Das autarke VR-Headset Oculus Quest konnte bislang nur VR-Anwendungen über das integrierte Android-System anzeigen. Nun hat der Hersteller ein Software-Update veröffentlicht, mit dem die Quest zum waschechten PC-Headset wird – und damit grafisch deutlich aufwendigere Software darstellen kann als zuvor. Wir haben die Beta-Version der neuen Oculus-Link-Funktion ausprobiert.

Gekoppelt werden PC und Headset über ein konventionelles USB-Kabel, die Oculus-Windows-Software muss installiert sein. Die USB-3.0-Bandbreite reicht nicht für ein unkomprimiertes Bildsignal, die Ausgabe der Grafikkarte wird deshalb on the fly komprimiert. Das funktioniert erstaunlicherweise ohne sichtbare Artefakte – und vor allem ohne stärkere Verzögerung als mit konventionell über DisplayPort oder HDMI verkabelten Headsets, zumindest haben wir keine gespürt.

Mit Oculus Link ist die 450 Euro teure Quest also nun ein ernstzunehmendes PC-Headset, das gegenüber vielen Mitbewerbern sogar Vorteile bietet: So kann man hier den Augenabstand einstellen, was bei vielen Windows-MR-Headsets sowie der Oculus Rift S nicht geht. Außerdem wirkt das Bild dank Quest-OLED-Display farbkräftiger als beispielsweise beim LC-Display der Rift S – zudem ist das schwarz deutlich besser. Es wirkt allerdings trotz ähnlicher Auflösung nicht so scharf wie bei der Rift S, denn die Pixel sind bei der Quest in der ungleichmäßigen Pentile-Matrix angeordnet.

Bei unseren Tests funktionierte die Quest nicht nur mit Titeln aus dem Oculus Store problemlos, sondern auch mit SteamVR-Software. Die Installation war trivial: Kabel einstecken, Oculus-Link-Verbindung im Quest-Headset bestätigen, fertig.

Ein Wermutstropfen ist allerdings die zurzeit noch überschaubare Zahl kompatibler Grafikkarten. Unterstützt werden zurzeit:

  • Nvidia Titan X
  • Nvidia GeForce GTX 1060
  • Nvidia GeForce GTX 1070 (und alle Varianten)
  • Nvidia GeForce GTX 1080 (und alle Varianten)
  • Nvidia GeForce GTX 16-Serie
  • Nvidia GeForce RTX 20-Serie

An AMD-Karten wird zurzeit also nicht eine einzige offiziell unterstützt – was sich bis zum Beta-Ende allerdings laut Oculus noch ändern kann.

Ebenfalls recht anspruchsvoll ist Oculus Link in Sachen USB-Kabel: Wir hatten mit einem No-Name-Kabel sowie einem Anker-MicroUSB-Kabel mit USB-C-Adapter keinen Erfolg. Einwandfrei klappte es mit einem PowerLine+-USB-3.0-Kabel von Anker (0,9 Meter), das wir mit einer 3-Meter-Verlängerung von DeLock verbunden hatten. Oculus empfiehlt offiziell das Kabel "Anker A8167011 Powerline USB-C to USB 3.0 Cable (10ft)", das hierzulande aber offenbar nur in der 0,9-Meter-Variante erhältlich ist – viel zu kurz für VR. Oculus will noch in diesem Jahr ein offizielles Link-Kabel in den Handel bringen.

[Update]

Das 3-Meter-Kabel "Anker Powerline+" funktioniert im Unterschied zur 0,9-Meter-Variante _nicht_.

(jkj)