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 | Technology Review

Odin und Little Ben im Finale der Urban Challenge [2. Update]

Mit Benjamin Franklin, einem Team der traditionsreichen University Pennsylvania (Entstehungsort des ersten elektronischen Rechners ENIAC) und der Lehigh University, hat sich ein eher unerwarteter Kandidat frühzeitig für den Endlauf der Urban Challenge qualifiziert. Little Ben, ein silbergrauer Toyota Prius, meisterte jedoch die verlangten Prüfungen mehrfach zur Zufriedenheit der Darpa-Beobachter und wurde gemeinsam mit den erklärten Favoriten Carnegie Mellon University und Stanford University sowie Virginia Institute of Technology (VT, Victor Tango) zum Finalisten gekürt.

Little Ben ist rundum mit Videokameras und insgesamt 64 Sensoren bestückt. Mehrere Mac Minis berechnen Navigation und Steuerung. Anschaffung und Ausrüstung des Fahrzeugs sollen 250.000 US-Dollar gekostet haben. Hauptsponsor ist der Luftfahrtkonzern Lockheed Martin, der auch mehrere Mitarbeiter des Team stellt.

Die Universität Virginia Tech in Blacksburg nimmt mit dem Team Victor Tango bereits zum dritten Mal am Darpa-Roboterrennen teil. Erfahrung bringt das Team aus Studenten und Mitarbeitern der Informatikfakultät also reichlich mit. Expertise kommt zudem durch die Beteiligung der Robotikfirma Torc Technologies, einer Ausgründung der Spitzen-Universität von der US-Ostküste. Nutzfahrzeughersteller Caterpillar ist einer der wichtigsten Sponsoren. Darüber hinaus gehört Victor Tango aber auch zu den sechs Hochschulteams, die von der Darpa finanziell für den Wettbewerb gefördert werden.

Zu den genauen Förderbeträgen macht die Behörde keine Angaben, es können aber bis zu einer Million Dollar pro Team vergeben werden. Elegant und problemlos absolvierte der Ford Escape Hybrid mit dem Namen Odin Kreuzungen und Straßenblockaden, Abbiegen und Einparken in Rekordzeit. Das Auto war bereits auf Behindertensteuerung umgerüstet und navigiert mit Kameras und Laserradar.

[Update] Am Montagabend waren sechs Teams darüber informiert worden, dass sie nicht mehr im Rennen sind. Ausgeschieden sind die Teams Sting Racing Team, Team Berlin, Ody-Era, Pave, SciAutonics sowie das Team der University of Utah. Unter den deutschen Teams können sich Team Lux, AnnieWay sowie CarOLO weiterhin Hoffnungen auf eine Finalteilnahme machen. Die endgültige Liste der Finalisten soll am Donnerstag bekanntgegeben werden.

Die Gründe für die Entscheidung bleiben im Dunkeln. Die Kriterien für die Wertung der Leistungen der Teams sind nicht veröffentlicht und werden offenbar während des Wettbewerbs ständig weiterentwickelt. Unter den Teilnehmern wird vermutet, dass ein sehr großes Gewicht auf Sicherheit gelegt wird. Keinesfalls möchte die Darpa während des Finales einen Unfall erleben. Insofern könnte der Crash des Sting Racing Teams zu dem Ausschluss geführt haben.[/Update]

[2. Update] Das CarOLO-Team der TU Braunschweig und das von ihm entwickelte selbständig fahrende Auto "Caroline" hat das Halbfinalebestanden und sich ebenfalls vorzeitig für das Finale qualifiziert. Das geht aus einer Mitteilung auf der Website des Projekts hervor.[/Update]

Zur Urban Challenge siehe auch:

Zur Bedeutung der Wettbewerbe für die Forschung siehe auch:

Zur ersten und zweiten Grand Challenge 2005 und 2003 siehe auch:

(Erich Bonnert) / (Erich Bonnert) / (anw)

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