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Öffentlich-Rechtliche bestehen auf kostenfreie Apps

Mit einer Kampfansage reagierte der Vorsitzende der Juristischen Kommission der ARD, SWR-Justiziar Hermann Eicher, auf die Forderungen aus Verlegerkreisen, öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten sollten mobile Apps nur gegen Gebühr zur Verfügung stellen. "Da wird es keine Einigung geben", sagte Eicher in einer Debatte über den 3-Stufen-Test für öffentlich-rechtliche Online-Angebote am Donnerstag auf den Münchner Medientagen. Wie die Verlage müssten auch die Öffentlich-Rechtlichen ihre Angebote mediengerecht aufbereiten und auf den vom Publikum gewünschten Plattformen verfügbar machen. "Eine App von der Tagesschau etwa muss möglich sein", betonte Eicher.

Es stehe den Verlegern und den privaten Rundfunkanstalten frei, erneut nach Brüssel zu ziehen. Die derzeitige Lösung und der abgeschlossene 3-Stufen-Test, hatte unter anderem dazu geführt, dass Inhalte von Tagesschau und Tagesthemen nach einiger Zeit von der ARD-Internetseite wieder gelöscht werden müssen. Schon das akzeptiere die Netzgemeinde ganz offensichtlich nicht, so Eicher unter Verweis auf die Initiative Depub, auf deren Website gelöschte Inhalte der Tagesschau wieder eingestellt wurden.

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Detlef Haaks, Geschäftsführer des Süddeutschen Verlags, warnte demgegenüber, der 3-Stufen-Test sei ein bürokratisches "Monstrum", das sich aber zu sehr am Status Quo orientiere. Die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung sei längst nicht gebannt. Sein Haus strebe die Fortsetzung des Dialogs über den öffentlichen Auftrag an. Politik und Branche dürften nicht so lange warten, bis "man wirklich von einer Gefährdung der Pressevielfalt sprechen kann", meinte Haaks. Die Verleger fürchten die Konkurrenz durch gebührenfinanzierte, hochwertige Angebote auf den neuen Kanälen. (Monika Ermert) / (vbr)

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