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Öko-Institut und VDE sehen wirtschaftliche Kostenvorteile für gewerblich genutzte Elektroautos

Derzeit muss ein mittelgroßer Pkw auf jährlich mindestens 35.000 km kommen, um günstiger als ein konventionelles Dieselfahrzeug zu sein. Diese Schwelle könnte in den nächsten fünf Jahren erheblich sinken, ergibt eine Studie des Öko-Instituts und des VDE.

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Öko-Institut und VDE sehen wirtschaftliche Kostenvorteile für gewerblich genutzte Elektroautos

Elektrobus Solaris der Rheinbahn

(Bild: rheinbahn.de)

Wenn die Preise für Akkus weiter sinken, gebe es ein Potenzial von bis zu 700.000 elektrischen Nutzfahrzeugen, die wirtschaftlich betrieben werden können. Das sagen das Öko-Institut und der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) in einer gemeinsamen Studie. Dabei sei die jährliche Fahrleistung der Fahrzeuge entscheidend.

Elektrische Fracht- und Gepäckschlepper im Einsatz am Flughafen Stuttgart

(Bild: Volk)

Derzeit müsse ein mittelgroßer Pkw wie beispielsweise ein Elektro-Golf auf jährlich mindestens 35.000 km kommen, um günstiger als ein konventionelles Dieselfahrzeug zu sein. Wenn sich die Rahmenbedingungen wie Energie- und Akkupreise, steuerliche Vorteile sowie der Restwert auf dem Gebrauchtwagenmarkt günstig entwickelten, dürfte die Wirtschaftlichkeitsschwelle bis 2020 je nach Szenario auf 30.000 bis 10.000 Kilometer sinken, heißt es in der Studie.

Bereits heute würden 90 Prozent der 24.000 bis 2014 zugelassenen Elektroautos gewerblich genutzt. Diese hätten gegenüber der privaten Nutzung deutliche Vorteile, da sie meist regelmäßig täglich gefahren würden Tagesfahrleistungen, also regelmäßig Strecken bis zu 150 Kilometer pro Tag. Dadurch ergebe sich eine hohe Jahresfahrleistung, die eine wichtige Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit des elektrischen Antriebs sei.

Ein im Projekt "Adaptive City Mobility" konzipiertes Leichtfahrzeug für den Einsatz als eTaxi.

(Bild: Adaptive City Mobility)

Allerdings gilt diese Rechnung hauptsächlich für die Nutzung von Elektro-Pkw. Hingegen könnten vor allem schwere Nutzfahrzeuge, wie zum Beispiel die Lkw-Klasse des Mercedes-Benz Atego, noch nicht und Busse nur mit Einschränkungen wirtschaftlich betrieben werden. Das liege an den derzeit noch hohen Preise für die notwendigen großen Akkus. Im optimistischen Szenario könnten bis zum Jahr 2020 rund 40 Prozent der Stadtbusse wirtschaftlich betrieben werden. Elektrische Lkw hingegen hätten im Lieferverkehr auch 2020 gegenüber dem Dieselantrieb noch Kostennachteile.

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(Bild: Nissan)

Würden 2020 tatsächlich 700.000 gewerbliche Fahrzeugen elektrisch unterwegs sein und der Strom für ihren Betrieb vollständig aus zusätzlichen erneuerbaren Quellen bezogen, könnten in dem Jahr rund 2,6 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen eingespart werden. Die Bundesregierung hat sich selbst zum Ziel gesetzt, dass bis 2020 mindestens eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sind. Mit finanziellen Fördermöglichkeiten für Privatnutzer will der Bundesrat weitere Anreize schaffen. (anw)