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Ökostromrekord: Anteil erneuerbarer Energien erstmals über 40 Prozent

Wind- und Sonnenenergie sorgen dafür, dass 2018 in Deutschland über 40 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammten.

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Strom, Stromleitung, Überlandleitung, Stromtrasse

(Bild: Nicole Köhler, Gemeinfrei (Lizenz Creative Commons CC0))

2018 haben die erneuerbaren Energien erstmals über 40 Prozent Anteil am deutschen Strommix erreicht. Das geht aus einer Auswertung des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme hervor. Den größten Zuwachs habe demnach die Solarenergie mit 16 Prozent zu verbuchen, Windenergie legte um 5,4 Prozent zu. Die Nettostromerzeugung durch Kohle, Gas und Wasserkraft sei dagegen gesunken.

Der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix seit 2002.

(Bild: Fraunhofer ISE/Bruno Burger )

Deutsche Photovoltaikanlagen speisten den Fraunhofer-Forschern zufolge 2018 rund 45,7 TWh ein, die installierte Gesamtleistung erhöhte sich durch Zubau von 3,2 Gigawatt auf 45,5 Gigawatt. Windenergie sorgte für 111 TWh – und damit zweitgrößte Energiequelle nach der Braunkohle. Dabei entfielen 87,4 TWh auf Onshore-Windanlagen, 18,8 TWh auf Offshore-Windstrom. Zusammengenommen lagen Wind- und Sonnenenergie damit über der Summe aus Braunkohle, Steinkohle und Kernenergie.

Weniger Strom aus Wasserkraft und Kohle

Wasserkraft erreichte wegen des überaus trockenen Jahres den zweitschlechtesten Wert seit 30 Jahren und trug nur 17 TWh bei. Biomasse lag mit 44,8 TWh auf dem Vorjahreswert. Insgesamt stammten 219 TWh aus erneuerbaren Energien, ein Zuwachs um 4,3 Prozent. "Der Anteil der Erneuerbaren ist 2018 wieder gestiegen, aber es geht nicht schnell genug voran", kommentierte Bruno Burger, Professor am Fraunhofer ISE, die Zahlen gegenüber dem Spiegel. "Wenn Deutschland mit dieser Geschwindigkeit fortfährt, werden wir unsere Ziele für 2030 verpassen."

Der deutsche Strommix 2018.

(Bild: Fraunhofer ISE/Bruno Burger )

Kernkraftwerke produzierten 72,1 TWh und lagen damit auf Vorjahresniveau. Braunkohlekraftwerke erzeugten 131,3 TWh – 2 Prozent weniger als im Vorjahr, aber immer noch der größte einzelne Energieträger Deutschlands. 75,7 TWh stammten aus Steinkohlekraftwerken, ein Rückgang von 7,4 Prozent gegenüber 2017. Der stärkste Rückgang war bei Gaskraftwerken mit 18,5 Prozent zu verzeichnen – hier wurden nur noch 40 TWh produziert.

Insgesamt exportierte Deutschland 45,6 TWh Strom an Nachbarländer, vor allem die Niederlande, Österreich und die Schweiz. Ebenfalls wurde aber 8,3 TWh aus Frankreich importiert.

Die Berechnungen des Fraunhofer-Instituts fußen auf Daten der Strombörse EEX, der Netzbetreiber sowie des Statistischen Bundesamts. Die angegebene Nettostromerzeugung umfasst die ins öffentliche Netz eingespeiste Energie – abzüglich des Strombedarfs der Kraftwerke und ihrer Energieverluste. Industrielle Eigenstromerzeugung bleibt ebenfalls außen vor. (axk)

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