Menü
Technology Review

Ölkrise könnte bei der Plastikmüllbekämpfung helfen

Der noch immer vergleichsweise schwache Petroleumpreis sorgt dafür, dass in Skandinavien viele Schiffe ungenutzt herumstehen. Sie könnten nun sinnvolleren Zwecken zugeführt werden.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 69 Beiträge
Ölkrise soll für weniger Abfall im Meer sorgen

Norwegisches Offshore-Fahrzeug.

(Bild: Havila Shipping)

In Norwegen stehen rund 130 große Offshore-Schiffe, die meisten von ihnen erst in den jüngsten Jahren gebaut, in den Häfen herum. Der Grund: Der weiterhin vergleichsweise niedrige Rohöltarif sorgt dafür, dass große Erdölkonzerne Projekte reduziert haben oder Besatzungen von Ölplattformen auf ein Minimum herunterfahren. Die hochspezialisierten Fahrzeuge werden nicht gebraucht. Möglicherweise findet sich aber eine neue Einsatzmöglichkeit, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Mit Offshore-Schiffen gegen Plastikmüll") – das Einsammeln von Kunststoffabfall auf hoher See.

Mehr Infos

Pro Tag landen derzeit acht bis neun weitere Tonnen Plastik im Ozean – wenn nicht sogar deutlich mehr. Schon jetzt gibt es einen gigantischen Kunsstoffteppich in manchen Meeresbereichen. Das Material zerlegt sich zu Mikroplastik, das wiederum von Fischen gefressen wird und dann schließlich auch im menschlichen Magen endet, wenn man Meeresprodukte zu sich nimmt.

Aus Politik und Start-ups kommen nun kreative Vorschläge, was mit den Offshore-Fahrzeugen zu tun wäre. So meint etwa die Abgeordnete Else-May Botten von der Arbeiterpartei, vergleichbar mit der SPD in Deutschland, es sei sinnvoll, die Schiffe zur Bekämpfung des gigantischen Kunststoffmüllproblems in den Weltmeeren zu nutzen. "Ich und meine Partei glauben, dass es möglich wäre, die Offshore-Schiffe einzusetzen. Wenn es uns gelingt, einen Markt zu schaffen, der dafür bezahlt, können wir das Plastik einsammeln und aus dem Recycling eine Wertschöpfungskette etablieren", sagte sie einem norwegischen Sender.

Subventionen hält Botten für denkbar. Die EU und sogar die UN sollten helfen – zusammen mit wissenschaftlichen Einrichtungen. Die Ironie der Sache: Die meisten Plastikteile, die die Meere verschmutzen, sind Petroleumprodukte, womit sich der Kreis quasi schließen würde.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)

Anzeige
Anzeige