Menü

Österreich: Mobiles Breitband wird schneller und schneller

vorlesen Drucken Kommentare lesen 114 Beiträge

Der Wettbewerb am österreichischen Mobilfunkmarkt bleibt stark, doch verlagert sich der Schwerpunkt. Während die Tarife zum Teil steigen, werden die Netze aufgerüstet. Der Mobilfunk-Netzbetreiber 3 bietet nun österreichweit HSPA mit bis zu 21 MBit/s Datentransfer an, zum Jahresende soll die Hälfte der Österreicher sogar mit der doppelten Geschwindigkeit mobil online gehen können. Mitbewerber Orange nimmt die Herausforderung an und will Qualitätsführer werden.

T-Mobile und tele.ring erhöhen zum 24. Juli zahlreiche Gebühren oder führen sie neu ein. Da auch bestehende Kunden betroffen sind, können diese ihren Vertrag außerordentlich kündigen und ihre Handys behalten. Der kleinste Mitbewerber 3 will dem Beispiel aber nicht folgen: Jan Trionow, Nachfolger des verstorbenen 3-Chefs Berthold Thoma, kündigte an, trotz umfangreicher Investitionen in das Netz die Tarife nicht anheben zu wollen. 3 ist zwar im Sprachbereich der kleinste Mobilfunker Österreichs, kann aber besonders viele mobile Breitband-Nutzer zu seinen Kunden zählen. Laut Austrian Internet Monitor ist 3 bereits der drittgrößter Internet-Provider des Landes.

Nach Angaben des Netzbetreibers werde im 3-Netz monatlich derzeit 700 TByte an Daten übertragen – das 500-Fache des Werts von vor vier Jahren. Auch beim Datenroaming sind die 3-Nutzer fleißig: Seit der Einführung des zuschlagfreien Roamings in den 3-Schwesternetzen im Jahr 2007 hat sich der entsprechende Datenverkehr um rund 1.200 Prozent erhöht. Das Sprachroaming ist um vergleichsweise magere 250 Prozent gewachsen. Angesichts des anhaltenden Kundenwachstums bietet 3 ab sofort in seinem gesamten Netz Bandbreiten von bis zu 21 MBit/s. Die Gesamtkapazität des Netzes wurde verzehnfacht. Das 3-Netz erreicht 94 Prozent aller österreichischen Wohnsitze.

Trionow, bislang Cheftechniker bei 3, baut aber bereits für die geplante Einführung von LTE vor. Dafür werden alle Komponenten des 3-Netz ausgetauscht. Damit sollen bis Jahresende bis zu 42 MBit/s an 50 Prozent aller österreichischen Wohnsitze möglich sein.

Diese Bandbreiten bietet in Österreich bislang nur Orange, und das auch nur in der Wiener Neustadt. Doch auch Orange investiert in das Netz. Mit Hilfe neuer Basisstationen von Ericsson soll nicht nur eine Energieersparnis von 40 Prozent erreicht werden. Bis Jahresende soll auch das gesamte 3G-Netz von Orange, welches etwa drei Viertel aller Wohnsitze erreicht, auf 42 MBit/s aufgerüstet sein. Ziel von CTO Elmar Grasser ist, unter den mobilen Breitbandanbieter Qualitätsführer zu werden. Es darf erwartet werden, dass Martkführer A1 Telekom Austria nicht tatenlos zusehen wird. Angesichts des technischen Wettrüstens bei den Netzen kann man den Österreichern nur wünschen, dass sie bald auch aus passenden Endgeräten auswählen können. (jk)