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Österreich: tele.ring schließt eigene Läden, zieht zu T-Mobile

T-Mobile Austria schließt die letzten Geschäfte seiner Zweitmarke tele.ring. Ab Herbst wird es dann in 50 T-Mobile-Shops jeweils eine tele.ring-Abteilung geben.

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Eingangstür mit Logos von T-Mobile und tele.ring

Die bei anderen Anbietern geübte strenge Trennung zwischen Hauptmarke und Nebenmarken gibt es bei T-Mobile Austria nicht.

(Bild: T-Mobile Austria)

Österreichs zweitgrößter Mobilfunk-Netzbetreiber T-Mobile Austria spart die Läden seiner Zweitmarke tele.ring ein. Das hat das Unternehmen am Donnerstag bekanntgegeben. Erst im Sommer 2013 hatte T-Mobile ein neues Konzept für seine tele.ring-Verkaufslokale präsentiert. Auf Multimedia-Einsatz wurde dabei bewusst verzichtet. Bewährt hat sich das offenbar nicht.

Nach und nach wurden tele.ring-Geschäfte geschlossen. Gleichzeitig wurden tele.ring-Produkte auch in einigen Läden der Hauptmarke T-Mobile feilgeboten. Ende September schließen nun die letzten tele.ring-Vertriebslokale. Sie wurden schon bisher nicht von T-Mobile selbst, sondern von einer Partnerfirma betrieben.

Deren Verkäufer werden zumindest teilweise von T-Mobile übernommen. Ab Oktober wird tele.ring in über 50 T-Mobile-Läden zu haben sein. Marktführer A1 setzt hingegen auf strenge Trennung zwischen Hauptmarke A1 und Nebenmarken wie Bob und Yesss.

Die Marke tele.ring hat einen langen Werdegang hinter sich. 1997 gründeten der Stromerzeuger Verbund gemeinsam mit Stadtwerken und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) einen Netzbetreiber, an dem Mannesmann im Jahr darauf die Mehrheit übernahm. Das Unternehmen machte als 1012 privat zunächst im Festnetz dem Ex-Monopolisten Telekom Austria Konkurrenz. 2000 trat es als Mobilfunker auf den Markt und nutzte dann den Namen tele.ring.

Screenshot aus einem tele.ring-Werbespot von anno dazumal.

(Bild: Screenshot)

Vodafone, das inzwischen Mannesmann gekauft hatte, übernahm noch im selben Jahr die gesamte tele.ring, sah für den kleinsten österreichischen Netzbetreiber aber keine Überlebenschancen. 2001 wurde tele.ring samt einer UMTS-Lizenz um insgesamt elf symbolische Euro an den amerikanischen Konzern Western Wireless verschenkt.

Unter der Leitung von Hubertus Hofkirchner und dann Michael Krammer schaffte tele.ring überraschend die wirtschaftliche Wende, erzielte Gewinne und konnte seine geringen Schulden tilgen. Als Western Wireless Anfang 2005 von Alltel übernommen wurde, sollten die Auslandsbeteiligungen verkauft werden.

Eine überfallsartig beschlossene (und noch vor Inkrafttreten wieder abgeschaffte) Steuer auf Mobilfunksendeanlagen in Niederösterreich verscheuchte allerdings ausländische Investoren. So konnte T-Mobile den unangenehmen Konkurrenten tele.ring um 1,3 Milliarden Euro vom Markt kaufen. Seit fast zehn Jahren ist tele.ring nun die Zweitmarke der österreichischen Mobilfunk-Tochter der Deutschen Telekom. (ds)

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