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Office365.com: Störung betrifft Exchange Online

Wegen Leistungsproblemen bei einigen Microsoft Domain-Controllern sind immer noch Funktionen des Diensts beeinträchtigt.

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Office365.com: Störung betrifft nur Exchange Online

(Bild: Microsoft)

Microsoft hat in dem nur für Office365.com-Nutzer zugänglichen Administratorbereich eine aktualisierte Statusmeldung zur derzeitigen Störung des Dienstes veröffentlicht. Die Störung betrifft demnach nur Exchange Online.

Wegen Leistungsproblemen bei einigen Microsoft Domain-Controllern seien Funktionen des Diensts beeinträchtigt. Nutzer erhalten daher beim Empfangen oder Versenden von Mails eine Fehlermeldung, dass die maximale Zahl an gleichzeitigen Verbindungen überschritten sei.

Microsoft-Statusmeldung zu Office365.com

(Bild: Microsoft)

Vergangene Nacht war die Zahl der Störungsmeldungen zu Office365.com stark zurückgegangen, zeitweise sah es so aus, als habe Microsoft das Problem im Griff. Am Morgen, als in den hauptsächlich betroffenen Regionen Europa, Afrika und Nahost die Unternehmen wieder ihre Arbeit aufnahmen, mehrten sich allerdings wieder die Störungsmeldungen, und das für diverse Dienste von Office365.

Generell kämpft Microsoft an vielen Fronten. So wurden am gestrigen Donnerstag über 11.000 Microsoft-Mitarbeiter durch eine E-Mail-Lawine am Arbeiten gehindert. Dort führte eine Konfigurationsänderung am Microsoft-GitHub-Konto dazu, dass die Posteingänge betroffener Microsoft-Mitarbeiter mit Zehntausenden Mails geflutet wurden.

(Update vom 26.1.2019 15:11 Uhr:)

Die Störung bei Office365.com-Nutzern vom 24. Januar 2019 erweist sich als langwieriger und umfassender als zuerst angenommen. Ein Microsoft-Sprecher hat gegenüber der Webseite Bleeping Computer zwar folgende Aussage getroffen: "We’re working to resolve difficulties a limited subset of enterprise customers in Europe are experiencing when attempting to access Exchange Online. Consumers are not affected. Admins can find status updates on the Admin Center." ("Wir arbeiten daran, Probleme für einen begrenzten Teil der Unternehmenskunden in Europa zu beheben, die beim Zugriff auf Exchange Online auftreten. Privatkunden sind nicht betroffen. Administratoren finden Statusupdates im Admin Center.")

Laut Microsoft sind keine Endnutzer aus dem Konsumerbereich (die z.B. Outlook.com als Maildienst oder OneDrive verwenden) betroffen. Aber das war auch niemals Gegenstand der Diskussion. Die Aussage, dass nur eine begrenzte Anzahl an Firmenkunden in Europa betroffen sei, ist aber als unzutreffend zu bezeichnen.

Ein Blick in die Störungskarte der internationalen Webseite von downdetector.com offenbart interessante Erkenntnisse. Neben Europa sind augenscheinlich auch Teile der USA, sowohl an der Ostküste als auch an der Westküste, betroffen. Bezüglich der Betroffenheit kristallisieren sich dabei Cluster heraus. So gibt es eine Häufung der Störungsmeldungen in den Niederlande und im Süden von Großbritannien. Auch die Schweiz scheint mehr als Deutschland betroffen.

Neben Europa sind auch Teile der USA betroffen, sowohl an der West- und an der Ostküste.

(Bild: downdetector.com)

Ein naheliegender Schluss wäre, dass die dortige Cloud-Infrastruktur partiell gestört ist. Die Karte lässt möglicherweise aber auch Rückschlüsse auf die Intensität der Nutzung von Office365.com und Cloud-Diensten zu. Interpretiert man die Karte aus diesem Blickwinkel, deutet dies darauf hin, dass in England, den Niederlande und der Schweiz Office365.com intensiver als in Deutschland genutzt wird. Das würde auch mit der Aussage Microsofts korrelieren, dass die Störungen durch ein Lastproblem verursacht werden, wie das Unternehmen laut einem Tweet eines Kunden mitgeteilt hat.

Es gibt demnach eine höhere Last an Anfragen an die Microsoft-Authentifizierungsinfrastruktur. Diese können dann nicht mehr abgearbeitet werden und in der Ausführungswarteschlange (Queue) steckende Anfragen werden abgewiesen bzw. laufen auf einen Timeout. Das erklärt auch, warum nicht alle Office365.com-Nutzer gleich betroffen sind, und warum die Störung in den Nachtstunden behoben zu sein scheint.

Einzelne Meldungen auf Webseiten deuten darauf hin, dass die Störung am späteren Abend des 25. Januar 2019 behoben worden sein könnte. Microsoft hält sich diesbezüglich bedeckt – und eine externe Bestandsaufnahme ist schwierig. In Europa ist inzwischen Wochenende und in den USA herrscht Nacht. Die Nutzung des Exchange Online-Dienst dürfte auf ein Minium zurückgefahren sein. Trotzdem zeigt die Störungskarte von downdetector.com am 26.1.2019 um 12:00 Uhr deutscher Zeit andauernde Störungen an.

Die Störungskarte von downdetector.com zeigt am 26.1.2019 um 12:00 Uhr deutscher Zeit andauernde Störungen.

(Bild: downdetector.com)

Allerdings ist unklar, wie alt die Daten sind, die in diese Karte einfließen. Gegenüber dem Schnappschuss der Karte vom 25.1.2019 ergeben sich allerdings deutliche Änderungen. Das Problem scheint also noch nicht ausgestanden sein. Pikanterweise gab Microsoft just am Freitag bekannt, bei Office365.com die Cloud mit OneDrive standardmäßig als Speicherziel verwenden zu wollen. (anw)

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