Online-Angebot der FAZ bleibt kostenlos

Für faz.net kämen Überlegungen zu früh, Geld für Inhaltsangebote im Web zu verlangen, erklärte der Redaktionsleiter.

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Von
  • Jürgen Kuri

Das Online-Angebot der Verlagsgruppe F.A.Z. bleibt auch in absehbarer Zukunft kostenlos, erklärte Redaktionsleiter Frank Gaube ein halbes Jahr nach Aufnahme des Online-Dienstes faz.net. Die aktuellen Überlegungen anderer Verlage oder etwa der BBC, Geld für den Abruf des Internet-Angebots zu verlangen, seien zwar nachvollziehbar, für faz.net kämen solche Pläne aber zu früh. "Wir müssen uns erst einmal unsere Stamm-User erarbeiten", betonte Gaube in einem Gespräch mit dpa. "Alle Erfahrungen zeigen, dass es keinen halbwegs erfolgreichen Dienst gibt, der von Anfang an kostenpflichtig war oder nach zu kurzer Zeit kostenpflichtig wurde."

Mögliche Einnahmequellen für die Zukunft sieht Gaube in zusätzlichen kostenpflichtigen Premiumangeboten. "Aus meiner Sicht wird es niemals einen seriösen Inhalteanbieter geben, der vorne am Eingang Geld verlangen kann, ohne dass man weiß, was sich dahinter verbirgt." Die FAZ habe zwar das Ziel, das Online-Angebot zu refinanzieren, die Redaktion stehe aber nicht unter Druck: "Die Verlagsgruppe ist sich darüber bewusst, dass sie spät in das Internet gestartet ist und dass der Wettbewerb sehr hart ist."

Vor kurzem hatte sich der FAZ-Aufsichtsratsvorsitzende Hans- Wolfgang Pfeifer für ein kostenpflichtiges Internet-Angebot ausgesprochen. Bisher ist das elektronische Angebot unentgeltlich zu nutzen; wer die gedruckte Frankfurter Allgemeine Zeitung vollständig im Netz lesen will, muss jedoch Abonnent sein. Gaube kündigte für die kommenden Monate weitere Schwerpunktseiten an, die nach der Erfahrung zum Beispiel mit dem CeBIT-Angebot besonders erfolgreich seien. So werde faz.net im Juli bei der Love-Parade in Berlin vertreten sein und schon eine Woche vor Beginn des Spektakels mit der Berichterstattung beginnen. Auch für die Tour de France sei ein Special geplant. Künftig soll laut Gaube auch das Serviceangebot besser präsentiert und die Interaktivität ausgebaut werden. Ziel der 36-köpfigen Redaktion sei es, drei Viertel des Angebots selbst zu produzieren. "Qualität und Transparenz sind eine wesentliche Voraussetzung, um uns das Vertrauen der Nutzer zu erarbeiten", betonte Gaube. Inzwischen laufe die Technik seit fünf Monaten reibungslos. Probleme – wie der Zusammenbruch des Netzes zum Start und eine Ausgabe mit dem Datum 32. Januar statt 1. Februar – gehörten der Vergangenheit an. (jk)