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Online-Archive: Der Kampf mit dem Copyright

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Die Zahlen wirken beängstigend groß: Im Jahr 2002 produzierte die Menschheit laut einer Studie auf Papier, Film, magnetischen und optischen Speichermedien rund fünf Exabyte neue Daten. Seit 1999, dem Zeitpunkt der ersten Erhebung für die Studie, wuchs das Volumen gespeicherter Informationen um jährlich 30 Prozent. Dennoch versuchen mehrere Projekte, das Wissen der Menschheit im Internet abrufbar zu machen. Das berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner neuen Ausgabe.

Eines der am besten bekannten Projekte ist das Internet-Archiv des Informatikers Brewster Kahle. Seine Stiftung sammelt seit sieben Jahren Webseiten als Momentaufnahmen und macht sie seit 2001 als "The Wayback Machine" öffentlich zugänglich. Automatische Index-Programme, die durch das Web kriechen, haben bislang mehr als 40 Milliarden individuelle Seiten gespeichert. Daneben bewahrt das Internet-Archiv die digitalen Versionen von Büchern, Filmen, Liedern und Bildern. Jeden Monat, schätzt Kahle, wächst sein Bestand um rund 25 Terabyte.

Die Fülle der Daten macht derartige Vorhaben zur technischen und wirtschaftlichen Herausforderung -- noch größer aber ist die rechtliche durch von Land zu Land unterschiedliche Copyright-Bestimmungen. In der Europäischen Union etwa geht 2005 Musik aus den 50er und 60er Jahren in den "öffentlichen Raum" über -- alle Urheberrechts-Ansprüche privater Eigentümer erlöschen. In den USA bleiben Elvis und Co. indes auf 95 Jahre hinaus geschützt. Das US-Gesetz zum "Urheberrechts-Schutz im 21. Jahrhundert" wurde "ohne jeglichen Gedanken an die Bedürfnisse der Archivierung" verabschiedet, bemängelt Peter Lyman, Ko-Autor der Daten-Studie.

Siehe dazu in der aktuellen Ausgabe von Technology Review:

Die neue Ausgabe von Technology Review ist jetzt im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich oder kann portokostenfrei online bestellt werden. (sma)

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