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Online-Banking: Nach wie vor Beschwerden wegen PSD2-Umstellung

Kein Kontenzugriff, Hotline nicht erreichbar: Die Umstellung auf die Vorgaben der PSD2 sorgt bei Banking-Kunden offenbar immer noch für Ärger.

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(Bild: NIKCOA/Shutterstock.com)

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Die Systemumstellungen, die Banken wegen der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 vornehmen müssen, machen offenbar immer noch zahlreichen Kunden Probleme beim Onlinebanking. "Die Beschwerden haben in den vergangenen Tagen sogar noch einmal zugenommen“, erklärte Stephanie Heise, Leiterin des Bereichs Verbraucherfinanzen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, gegenüber der Zeitung Die Welt. Kein Zugriff auf Konten, komplizierte Login-Vorgänge und oftmals nicht erreichbare Hotlines seien demnach zu bemängeln.

Die Finanzaufsicht Bafin registrierte auch die Schwierigkeiten. "Vorfälle, welche das Online- oder Mobile-Banking betreffen, sind seit dem 9. September leicht angestiegen“, erklärte die Behörde gegenüber der Welt. Die Umstellungen seien "oft mit temporären Störungen oder Ausfällen verbunden“. Im September hatte die Behörde noch von einem relativ reibungslosen Übergang gesprochen.

Mit der PSD2 gilt seit dem 14. September unter anderem beim Online-Banking die Pflicht zur "starken Kundenauthentifizierung". Das heißt: Jeder Kunde muss seine Identität in jedem Fall mit zwei voneinander unabhängigen Komponenten nachweisen. Um eine Überweisung online freizugeben, braucht man erstens die Geheimnummer (PIN), um sich ins Konto einzuloggen und kann sich zweitens zum Beispiel per SMS eine einmalig gültige Transaktionsnummer (TAN) auf eine zuvor bei der Bank hinterlegte Handynummer schicken lassen. Ausgedruckte TAN-Listen sind nicht mehr zulässig.

Verbraucherschützer haben bereits auch schon eine erste Abmahnung erteilt – und zwar am 1. Oktober an die Commerzbank. Wer sich bei dem Geldinstitut per SMS-TAN authentifiziert, müsse für jede Anmeldung 12 Cent bezahlen, kritisieren die Verbraucherschützer. Laut BGH-Entscheid dürfe die TAN-SMS aber nur kosten, wenn sie auch eine Überweisung auslöst. „Ändert die Commerzbank ihre Preispolitik nicht, werden wir klagen“, erklärte Stephanie Heise dem Bericht der Welt nach. Die Commerzbank erklärte, die Sache prüfen zu wollen.

Bislang waren etwa bei der Postbank Probleme schon im Vorfeld des PSD2-Stichtags bekannt geworden. So waren Logins nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, der Kundenservice kaum erreichbar. Ein Sprecher der Bank bestätigte das, erklärte aber, dass keine technischen Probleme dahinter stünden. Grund sei vielmehr ein Streik in einer Service-Einheit gewesen. Ähnliche Hakler soll es bei Commerzbank und Tochter Comdirect gegeben haben. Nutzer verschiedener Banken berichteten auch von Einschränkungen beim Kontenzugriff mit Drittsoftware wie etwa Starmoney. Andere Geldinstitute wie die Deutsche Bank sprachen hingegen von einem reibungslosen Übergang.

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(axk)