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Online-Broker Consors verordnet sich Sparkurs

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Der Nürnberger Discount-Broker Consors verordnet sich nach schwachem Start 2001 einen rigiden Sparkurs. Das Budget wird angesichts der anhaltenden Börsenflaute um 15 Prozent heruntergefahren. Allein die Ausgaben für Marketing von knapp 46 Millionen Euro sollen um fast die Hälfte schrumpfen. Auch beim Personal wird kräftig der Rotstift angesetzt. Entlassungen werde es aber nicht geben, versicherte der Vorstandschef der ConSors Discount-Broker AG, Karl Matthäus Schmidt, am heutigen Mittwoch in Frankfurt.

Nach einem Spitzenjahr 2000 zahlt Consors seinen Aktionären aber erstmals eine Dividende von 0,18 Euro. Der Vorstandsvorsitzende bezeichnete dies als "Vertrauensmaßnahme". Angesichts hoher Verluste vieler Firmen am Neuen Markt will Consors das angekratzte Image dieses Segmentes aufpolieren. "Consors verdient Geld", so Schmidt. Dennoch setzt die Krise an den Aktienmärkten auch den Nürnbergern schwer zu. "Alles, was Einsparungen bringt, wird jetzt konsequent durchgezogen", kündigte Schmidt an. Bei den rund 1600 Beschäftigten im Konzern, davon 1140 in Deutschland, gebe es ein großes "Polster" befristeter Verträge. "Das werden wir nutzen." Der nach eigener Darstellung in Europa führende Direktanbieter von Aktiengeschäften via Internet will die Börsenkrise nutzen, um sich "fit" zu machen.

Grund für die Einschnitte ist der deutliche Rückgang von Börsentransaktionen der Kundschaft zu Jahresbeginn. Die Zahl der Aktienkäufe und -verkäufe ging im Vergleich zum vierten Quartal 2000 um 20 Prozent zurück. Außerdem konnten die Nürnberger in den ersten drei Monaten 2001 nur noch 27.000 neue Kunden gewinnen. Zugleich wurden aber 14.300 Depots geschlossen. Das Depot- und Einlagevolumen schrumpfte seit Jahresbeginn von 9,14 auf 8,07 Milliarden Euro. "Das war enttäuschend für uns", bilanzierte Schmidt.

2000 war dank des Börsen-Booms in der ersten Jahreshälfte die Zahl neu eröffneter Kundendepots um 325.000 auf 526.000 geschnellt. Für 2001 rechnen die Nürnberger nur noch mit maximal 140.000 Neukunden. Die operativen Erträge im vergangenen Jahr bezifferte Consors auf 333,7 (1999: 125) Millionen Euro. Der Überschuss im Konzern belief sich auf 17 Millionen Euro. Ein Großteil des positiven Ergebnisses ging auf die Übernahme der Berliner Effektengesellschaft zurück. (dpa) / (jk)