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Online-Flugtickets: Riskantes Geschäft für Airlines und Passagiere

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Flüge buchen über das Internet – da sollte man meinen, es profitieren beide Seiten davon: Der Kunde, weil er den Umweg über das Reisebüro (und Provisionen) spart. Die Airline, weil der Buchungsvorgang in der Regel komplett vom Kunden durchgeführt wird und dieser inzwischen auch Ticket und Bordkarte selbst ausdruckt. Doch die schöne neue Online-Welt hat auch ihre Schattenseiten. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte sind Airlines mit der Ausweitung ihres Internet-Angebots in den vergangenen Jahren deutlich anfälliger für Betrügereien geworden. Die jährliche Schadenssumme soll sich gegenüber dem Jahr 2000 verfünffacht haben.

Allein im vergangenen Jahr entstand laut Deloitte jeder der insgesamt 42 befragten Fluggesellschaften im Schnitt ein Schaden von rund einer Million US-Dollar durch Betrügereien im Zusammenhang mit Kreditkarten. Und die einfache Faustregel lautet: Je stärker eine Airline auf die Online-Vermarktung von Flugtickets setzt, desto anfälliger ist sie für Betrügereien. Dies trifft also insbesondere auf Billig-Fluglinien zu, deren Geschäftsmodell auf reinen Internet-Verkauf ausgelegt ist. Rund 90 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass die Zahl der Betrugsfälle künftig auf ähnlich hohem Niveau oder sogar noch darüber liegen wird.

Aber auch der Fluggast ist gefährdet: Ein Fünftel der Befragten gab an, dass es in ihrem Unternehmen bereits Fälle von Missbrauch persönlicher Kundendaten gegeben habe. Sieben Prozent der internen Revisoren wussten zudem von Angestellten zu berichteten, die man beim Identitätsdiebstahl erwischt hatte. Deloitte hatte die Studie "Airline Fraud Survey 2006" (PDF-Datei) bereits Ende vergangenen Jahres bei einer Fachkonferenz in Indien (International Association of Airline Internal Auditors, IAAIA 2006) präsentiert, die Öffentlichkeit aber erst jetzt über die Ergebnisse informiert. (pmz)