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Online-Händler Express.com beantragt Gläubigerschutz

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Express.com, einer der bekanntesten amerikanischen DVD-Händler, hat Schutz vor seinen Gläubigern nach Chapter 11 in den USA beantragt.

Express.com gehört zu den Veteranen unter den DVD-Online-Händlern: Michael Dubelko hatte die Firma unter dem Namen DVDExpress.com gegründet, bevor das Format überhaupt in den USA gestartet war. Später wurde das Unternehmen dann unter dem Namen Express.com nach dem Vorbild von Amazon.com zu einem Universalanbieter – unter anderem für Filme, Musik und Unterhaltungselektronik – umgebaut.

Zu dem jünsten Antrag wollte Susan Daniher, als Vizepräsidentin des Unternehmens zuständig für das markteing, nichts sagen. Sie gab lediglich bekannt, dass Express.com weiterhin Bestellungen entgegennimmt.

Der britische Computerspielehersteller Eidos hat hingegen seinen 12,6 prozentigen Anteil nach Angaben von Video Business Online bereits abgeschrieben. Die Firma hatte diesen im Dezember aufgrund einer Fusion von Express und Maximum Holdings erhalten. Mit letzterem Unternehmen stand schon Eidos in Geschäftsbeziehungen. Die Fusion war Teil der Strategie, Express.com zum Allrounder zu machen.

Daneben startete Express.com vor einiger Zeit die Informationsseite DVD.com. Der Service erwies sich allerdings in Relation zur erreichten Kundenbindung als zu kostspielig. Als DVD.com vor kurzem eingestellt wurde, sahen Experten darin ein erstes Zeichen für den nahenden Bankrott des Unternehmens.

Der Gläubigerschutz-Antrag von Express.com dürfte Kritiker in ihrer Meinung bestärken, dass sich mit dem Handel von DVDs über das Internet kein Geld verdienen lässt. Das Problem liegt ihres Erachtens vor allem an der fehlenden Kundenbindung und dem enormen Verdrängungswettbewerb in dieser Branche.

Immerhin benötigen Kunden in diesem Bereich – ausser für einen eventuell nötigen Umtauch kaputter DVDs – nach der Lieferung keinen Service. Im Gegenzug gibt es im Internet zahlreiche Seiten, die Schnäppchenjägern helfen, den für einen Titel jeweils preisgünstigen Anbieter zu ermitteln.

Bereits im vergangenen Jahr stellte Reel.com seinen Handel mit DVDs ein. Das Unternehmen hatte enorme Verluste durch aggressive Werbekampagnen mit Gutscheinen und Gewinnspielspielen eingefahren, die sich nicht mehr ausgleichen ließen. (Nico Jurran) / (wst)