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Online-Käufer sehen Kundenbewertungen als wichtigste Hilfe an

Viele Produktrezensionen in Onlineshops sind gekauft. Dennoch sind die Bewertungen für eine Mehrzahl der Online-Käufer ein wichtiges Kriterium.

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Online-Käufer sehen Kundenbewertungen als wichtigste Kaufhilfe an

Gekaufte Rezensionen in Online-Shops nerven und verunsichern die Kunden. Dennoch sind Kundenbewertungen für Verbraucher das wichtigste Entscheidungskriterium beim Online-Shopping. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des IT-Branchenverbands Bitkom unter 1114 Online-Käufern im Alter ab 14 Jahren ergeben.

65 Prozent der Befragten nutzen demnach Kundenbewertungen in Online-Shops als Entscheidungshilfe vor dem Kauf. Damit landen die Online-Rezensionen noch vor Preisvergleichsseiten wie guenstiger.de, heise Preisvergleich oder Idealo, die von 51 Prozent herangezogen werden, und persönlichen Gesprächen mit Freunden, Familie und Kollegen (50 Prozent). Webseiten der Händler spielen für 49 Prozent und Testberichte im TV sowie in Online- und Printmedien für 42 Prozent für die Meinungsbildung vor dem Kauf eine wichtige Rolle. 19 Prozent sagen, dass sie den Produktbewertungen grundsätzlich nicht vertrauen, da diese vom Anbieter gefälscht sein können.

39 Prozent haben weniger Vertrauen in Angebote oder Produkte, zu denen es keine Produktbewertungen gibt. 38 Prozent geben an, dass die Rezensionen anderer Käufer in der Regel ihrer persönlichen Einschätzung des gekauften Produkts entsprechen. 45 Prozent schreiben laut der Umfrage selbst Online-Bewertungen zu Waren oder Dienstleistungen.

Der größte Online-Händler Amazon hatte voriges Jahr vor dem Hintergrund gefälschter Bewertungen seine Rezensionsbedingungen verschärft. Er entfernte einen Passus aus seinen Rezensionsrichtlinien, der es explizit erlaubte, Produkte kostenlos abzugeben und als Gegenleistung eine Rezension auf Amazon.de zu verlangen.

Bewertungsdienstleister wie AMZStars und der Club der Produkttester reagierten schnell auf die neuen Richtlinien und machten mit leicht geänderten Konzepten weiter, die ihrer Meinung nach nicht gegen die neuen Richtlinien verstoßen. Nun könnte die Situation für die Konsumenten noch intransparenter werden als vorher. Denn Amazon hat auch die Anforderung gestrichen, dass Rezensenten in ihren Bewertungen darauf hinweisen müssen, wenn sie das bewertete Produkt kostenlos oder günstiger erhalten haben.

Mehr über Amazons Regeln für Rezensionen in c't 26/16:

(anw)

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