Online-Lernplattform Udacity startet in Deutschland

Mit der Online-Plattform Udacity soll Wissen aus dem Silicon Valley nun auch nach Deutschland kommen. Günstig sind die Kurse nicht. Als Zielgruppe werden besonders Unternehmen gesehen.

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(Bild: Udacity)

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Die bereits auf dem US-amerikanischen Markt etablierte Online-Lernplattform Udacity startet nun auch in Deutschland und will die gleichen Kurse wie in den USA anbieten. Sie wurden zum Teil mit Beteiligung von Google oder Facebook entwickelt, sind auf konkrete Fähigkeiten und Wissensbereiche ausgerichtet und kosten 200 Euro pro Monat. Im Schnitt absolvieren Studierende sie in sechs bis neun Monaten, heißt es. In Deutschland liegt zunächst der Schwerpunkt auf Unternehmen als Kunden.

"Wir glauben, dass Wissen aus dem Silicon Valley überall auf der Welt gefragt ist", sagte der Gründer der Lernplattform, Sebastian Thrun, der dpa. Für Deutschland sei das Angebot interessant, da "die Unternehmen ihre Mitarbeiter lange behalten – sie sind schwerer zu feuern und man kann nicht einfach neue Fähigkeiten durch den Austausch der Belegschaft in die Firma holen". Deshalb ergriffen hier die Betriebe häufiger die Initiative bei der Weiterbildung als in den USA, wo es die Menschen selber seien.

So sollen auch mit deutschen Unternehmen Inhalte für Kurse entwickelt werden. Außerdem möchte Thrun Fachwissen über selbstfahrende Autos an interessierte deutsche Hersteller vermitteln. "Es gibt einen Wahnsinns-Bedarf in der Industrie für Leute mit Wissen über selbstfahrende Autos."

Der in Solingen geborene Thrun führte in Kalifornien die Entwicklung des selbstfahrenden Autos Stanley an, das 2005 einen Wettbewerb der US-amerikanischen Militärtechnik-Agentur Darpa gewann und damit die Bewegung anstieß. Thrun baute danach die geheime Forschungsabteilung Google X auf und leitete mehrere Jahre lang das Projekt für autonome Fahrzeuge des Konzerns, bis er sich auf Udacity konzentrierte.

Udacity hat nach eigenen Angaben rund 4 Millionen Nutzer weltweit, darunter bereits einige tausend in Deutschland. Als Partner tritt hierzulande der Bertelsmann-Konzern auf.

Thrun startete das Lern-Portal zunächst als eine Art Online-Uni – auch als Alternative zur klassischen amerikanischen Hochschulausbildung mit den hohen Studiengebühren. Mit der Zeit habe man aber festgestellt, "der Hauptkunde von Udacity ist jemand, der sein Leben lang lernt". Thrun betonte, dass es "erstaunlich und toll" ist, dass die Hochschulbildung in Deutschland "kostenlos ist". Auch er habe davon profitiert. (mit Material der dpa) / (kbe)