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Online-Supermarkt Picnic eröffnet in Deutschland

Ein neuer Konkurrent für Amazon Fresh und Rewe: Der Online-Supermarkt Picnic öffnet im April auch in Deutschland, zunächst aber nur in ausgesuchten Städten. Kunden bestellen Lebensmittel per App, die Lieferung ist kostenlos.

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Der Online-Supermarkt Picnic verspricht "beste Lebensmittel" und "günstigste Preise".

(Bild: Picnic )

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Der niederländische Lebensmittel-Lieferdienst Picnic will "im Verlauf der nächsten Wochen" auch in Deutschland starten. Zunächst gibt es den Lieferdienst aber nur in Nordrhein-Westfalen in den Städten Kaarst, Neuss, Meerbusch und Düsseldorf-Oberkassel. Weitere Städte sollen "schon bald" folgen. In den Niederlanden beliefert Picnic bereits 100.000 Kunden in 37 Städten, darunter Amsterdam. Picnic will aber nicht nur die Kunden in Großstädten versorgen, sondern "alle Verbraucher". Dem Deutschlandstart ging eine sechsmonatige Pilotphase in der Stadt Kaarst im Rhein-Kreis Neuss voraus.

Die Kunden bestellen die gewünschten Lebensmittel, frische Backwaren, Obst und Gemüse sowie Produkte des täglichen Bedarfs über eine App und bekommen die Ware dann nach Hause geliefert. Lange an der Tür warten müssen die Kunden nicht: Picnic will innerhalb eines Zeitfensters von 20 Minuten liefern; bei den Konkurrenten sind es bis zu 2 Stunden. Eine genaue Uhrzeit können sich die Kunden aber nicht selbst aussuchen. "Wir operieren eben nicht wie ein Taxi-Unternehmen, das jeden Kunden einzeln anfährt, sondern wie ein Bus mit festem Fahrplan", erklärte Picnic-Gründer Michiel Muller in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Wer bis 22 Uhr bestellt, bekommt die Ware am nächsten Tag. Die Bestellungen gehen am späten Abend an die Lieferanten, die ihre Waren am Morgen ins Picnic-Zentrallager bringen. Von dort werden die Kisten an Verteiler-Hubs gebracht, wo die Picnic-Fahrer warten.

Picnic liefert Lebensmittel mit "E-Flitzern" aus und verspricht "günstige Preise". Die Fahrer lassen sich via Live-Radar in der App verfolgen.

In der Picnic-App können die Kunden den Weg des Lieferanten über ein "Live-Radar" verfolgen und haben damit den Lieferzeitpunkt genau im Blick. Die Lieferung ist kostenlos, es gibt aber einen Mindestbestellwert in Höhe von 25 Euro. Picnic garantiert seinen Kunden "die günstigsten Lebensmittelpreise im deutschen Markt". Sonderaktionen, bei denen die Supermärkte draufzahlen, sind aber ausgenommen. Der Anspruch von Picnic ist hoch: "Wir wollen ein Angebot für alle Verbraucher schaffen und damit den deutschen Lebensmittelmarkt revolutionieren", erklärt Frederic Knaudt aus dem Gründerteam von Picnic in Deutschland.

Für die Lieferung setzt Picnic eine Flotte von selbst entwickelten Elektro-Vans ein, die "auf Basis von Algorithmen" die besten Lieferroute abfahren. Das soll nicht nur für eine pünktliche Zustellung sorgen, sondern auch die Nachhaltigkeit sicherstellen. Picnic will durch seine Logistik zudem Lebensmittelabfälle vermeiden und verspricht eine hohe Effizienz. Picnic nimmt Pfandflaschen und Verpackungen wieder mit. Am Steuer der Elektro-Fahrzeuge sollen vor allem Studenten sitzen, die als "moderne Milchmänner" durch die Gegend düsen. Picnic selbst bezeichnet die Fahrer als "Runner", die jeden Tag ihre festen Routen abklappern.

Der Online-Supermarkt Picnic wurde 2015 in den Niederlanden gegründet. Die Gründer sammelten 2017 für ihre Expansion 100 Millionen Euro frisches Kapital ein, in diesem Jahr will das Unternehmen 300 Millionen Euro umsetzen. In NRW konkurriert Picnic dann vor allem mit dem Lieferservice von Rewe. In Deutschland gibt es außerdem noch Amazon Fresh, bislang aber nur in Berlin, Hamburg und München. Noch sind die Deutschen aber zögerlich, was die Onlinebestellung von Lebensmitteln angeht: Laut FAS werden "nur ein Prozent der Lebensmittel (...) im Netz bestellt". Der Anteil soll aber steigen, auf zehn Prozent, sagen Experten. Das wären gute Aussichten für Picnic. (dbe)