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Online-Zwang für Offline-Spieler [Update]

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Der weltweit tätige französische Unterhaltungssoftware-Konzern Ubisoft hat eine neue Strategie in Bezug auf Kopierschutzmaßnahmen für PC-Spiele beschlossen. Für "wichtige" neu erscheinende Spiele wie "Assassin's Creed 2" und "Die Siedler 7 " soll ab sofort ein Online-Kontrollverfahren eingesetzt werden, das bei allen Spielesitzungen das Vorhandensein eines rechtmäßig erworbenen Softwareexemplars überprüfen soll. Das betrifft aber nicht etwa nur Online-Spielsitzungen, bei denen solche Überprüfungen üblich sind, sondern auch das gewöhnliche Spielen am lokalen oder portablen Rechner. Das bedeutet, dass der spielende PC-Nutzer eine ständige Verbindung zum Internet benötigt.

Die Spielstände werden nicht mehr wie bislang üblich lokal auf dem Rechner des Spielers abgelegt, sondern online auf Servern, die Ubisoft bereitstellt. Wenn die Verbindung zum Server für mehrere Sekunden abreißt, wird das Spiel unterbrochen. Erst wenn wieder Kontakt besteht, stellt die Software den letzten Spielstand wieder her. Welcher das ist, hängt vom jeweiligen Spiel ab. Bei "Assassin's Creed**2" wird der jeweils letzte Checkpoint genutzt, während die Spielpartie bei "Die Siedler 7" genau vom dem Punkt an weiterlaufen soll, den der Spieler vor dem Verbindungsverlust erreicht hat.

Ubisoft hat das Kontrollsystem bereits vor einiger Zeit eher unauffällig angekündigt. Viele Journalisten sind aber jetzt, beim Testen einer jüngst erhaltenen Vorab-Version von "Assassin's Creed 2", darauf aufmerksam geworden. Zunächst nahm mancher an, die Ankettung an den Server sei auf diese Presseversion beschränkt, um zu verhindern, dass Kopien der Testsoftware in Umlauf gerieten und auf Spieler-PCs landeten. Tatsächlich hat Ubisoft aber mittlerweile bestätigt, dass auch die Verkaufsversion dieses Titels sowie künftiger Neuerscheinungen konsequent mit dem servergebundenen Kontrollsystem ausgestattet werden soll.

Der Hersteller hat das Konzept mit der freundlichen Bezeichnung "Online-Services-Plattform" versehen und weist darauf hin, dass die ständige Online-Verbindung auch Vorteile aufweise. So müsse eine Spiele-DVD während einer Partie nicht physisch im Laufwerk vorhanden sein. Außerdem kann dasselbe Spielexemplar auf beliebig vielen Rechnern gleichzeitig installiert sein, da die Spielstände online vorliegen und von überall abrufbar sind.

Der Weiterverkauf eines gebrauchten Spiels ist allerdings praktisch nicht mehr möglich, da jedes Spielexemplar bei seinem ersten Einsatz automatisch individualisiert wird. Ähnlich wie bei Steam ist jedes Spiel an genau einen Spieleraccount gebunden. Dieser Account wiederum gehört einer registrierten Person und lässt sich nicht – zumindest nicht ohne Mitwirkung des Serverbetreibers – an jemand anderen übertragen. Bei Ubisoft ist keine Übertragbarkeit von Spielexemplaren vorgesehen.

Titel, die mit dem neuen Verfahren gekoppelt werden, lassen sich also nicht offline spielen – dies bestätigt Ubisoft auch offiziell. Wer also nicht über eine Flatrate verfügt, muss ab sofort für das Spielen neuer Ubisoft-Produkte doppelt zahlen – einmal an der Kasse und einmal mit der Provider- respektive Telefonrechnung. Besonders ärgerlich kann dieser Umstand für Besitzer von Gamer-Notebooks werden, die gern unterwegs spielen. Sie müssen, wenn nicht gerade ein WLAN-Hotspot zur Verfügung steht, gegebenenfalls auf teure Mobilfunk-Datenverbindungen ausweichen.

Ob das Verfahren sich am Markt durchsetzen kann, werden letztendlich die Kundinnen und Kunden entscheiden. Immerhin verzichtet Konkurrent Electronic Arts nach Experimenten mit rigiden Digital-Rights-Management-Lösungen inzwischen auf Online-Aktivierung bei seinen Spielen, nachdem es in der Spielergemeinde zu heftigen Protesten gegen derart gesicherte Titel gekommen war, beispielsweise anlässlich des Releases von "Spore".

[Update]:
Wie Ubisoft mitteilt, erfolgt die Speicherung von Spielständen nicht ausschließlich online, sondern zusätzlich auch auf dem lokalen Rechner des Spielers. (psz)

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