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Onymous: Razzia gegen Silk Road 2.0 und das Darknet

Das FBI hat in den USA den mutmaßlichen Betreiber des virtuellen Drogenmarktplatzes "Silk Road 2.0" festgenommen. Die Verhaftung ist offenbar Teil der internationalen "Operation Onymous" gegen verschiedene Anbieter im "Darknet".

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Auch die "Silk Road 2.0" ist nun versperrt.

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Die US-Bundespolizei FBI hat den mutmaßlichen Betreiber des Online-Drogenmarktplatzes "Silk Road 2" verhaftet und die im TOR-Netz gehostete Website abgeschaltet. Der auch als "Defcon" bekannte Blake B. sei am Mittwoch in San Francisco verhaftet worden, teilten die US-Behörden am Donnerstag in New York mit. Zugleich sei Anklage vor einem New Yorker Gericht erhoben worden.

Dem Verhafteten wird vorgeworfen, den Nachfolger des berüchtigten Drogenmarktplatzes Silk Road aufgezogen zu haben, den die Behörden im Oktober 2013 stillgelegt hatten. Wie der Vorgänger wurde "Silk Road 2.0" als hidden service im Tor-Netz betrieben. Auch auf der zweiten Seidenstraße wurde überwiegend illegale Handelsware umgeschlagen. Das Angebot reichte von gefälschten Ausweisen über Hackertools bis zu Qualitätsheroin aus China.

Auch auf der zweiten Silk Road wurde nicht mit fernöstlichem Porzellan gehandelt.

(Bild: Screenshot)

Die Behörden schätzen, dass Silk Road 2.0 rund 150.000 aktive Nutzer hatte. Auf der Plattform habe es über 13.000 Angebote für verschiedene illegale Drogen gegeben. Bezahlt wurde ausschließlich mit Bitcoin. Das FBI geht davon aus, dass auf Silk Road 2.0 monatlich rund 8 Millionen US-Dollar umgesetzt wurden. Nach der Zerschlagung der ersten Silk Road hatten die Behörden 30.000 Bitcoin von beschlagnahmten Servern versteigert. Bis zur einer rechtskräftigen Verurteilung bleiben weitere 144.000 Bitcoins des als Betreiber Beschuldigten in Obhut der Behörden.

Silk Road 2.0 soll laut Anklage zunächst von einem Mitstreiter des mutmaßlichen Betreibers der ersten Silk Road ins Leben gerufen worden sein. Im Dezember 2013 soll dann der verhaftete Blake B. unter dem Pseudonym Defcon die Administration der Website übernommen haben. Bei den gemeinsamen Ermittlungen von FBI und HSI (Homeland Security Investigations) sei ein Undercover-Agent des HSI in den inneren Zirkel des Admin-Teams und direkt zu Blake B. vorgedrungen. Dabei sind die Behörden der Anklageschrift zufolge auch an unverschlüsselte Kundenlisten gelangt, die "für viele internationale Strafverfolger von Interesse sein dürften".

Dem 26-Jährigen wird der Handel mit Drogen und mit gefälschten Dokumenten vorgeworfen sowie Geldwäsche und Computervergehen. Damit droht ihm eine langjährige Haftstrafe. Alleine für Drogenhandel sieht das US-Gesetz eine Mindeststrafe von 10 Jahren Gefängnis vor. "Damit das klar ist: Die Silk Road, egal welche, führt direkt ins Gefängnis", sagte Staatsanwalt Preet Bharara. "Wir werden nicht müde."

Der Schlag gegen Silk Road 2.0 ist offenbar Teil einer internationalen Aktion gegen verschiedene Anbieter im sogenannten "Darknet". Das FBI spricht in seiner Mitteilung von einer internationalen Zusammenarbeit, unter anderem mit Behörden in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Unbestätigten Berichten zufolge sind zusammen mit Silk Road 2.0 drei weitere Darknet-Marktplätze von den Behörden stillgelegt worden.

Die BBC berichtet unterdessen von einer gemeinsamen "Operation Onymous" von FBI und Europol gegen den Drogenhandel im Darknet. Dabei seien bei einer Razzia in der irischen Hauptstadt Dublin zwei Männer verhaftet und Drogen sowie Bitcoin im Wert von "1,5 bis 2 Millionen Euro" beschlagnahmt worden. Im Laufe des Freitags sollen weitere Aktionen im Rahmen der "Operation Onymous" folgen. (vbr)