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Open Access: Mit Hochschul-Publikations-Servern aus der Zeitschriftenkrise

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Für die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) steht "Open Access", der kosten- und barrierefreie Zugang zu den Ergebnissen der öffentlich geförderten Forschung, nach wie vor weit oben auf der Tagesordnung. Das betonte HRK-Generalsekretärin Christiane Ebel-Gabriel am heutigen Dienstag auf einem Workshop der Humboldt-Universität (HUB) in Berlin, auf dem die HUB offiziell ihre vom Akademischen Senat verabschiedete Open Access Policy vorstellte.

Darin empfiehlt die HUB allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, ihre Beiträge in Open Access Journalen einzureichen sowie Monographien und Sammelwerke auf Open Access Plattformen zu veröffentlichen. Bereits veröffentlichte Artikel, die so genannten Postprint-Versionen, sollten als Kopien auf dem Dokumenten- und Publikations-Server der Universität abgelegt werden. Dieser Server steht auch für Preprint-Versionen zur Verfügung. "Die Universität steht dafür ein, dass die Authentizität, Integrität und eindeutige Zitierbarkeit der auf diesem Server abgelegten Publikationen gewährleistet ist", heißt es in der Erklärung; "damit wird gleichzeitig eine weltweite Verfügbarkeit und Langzeitarchivierung gesichert". Die HUB "ermutigt nachdrücklich" alle wissenschaftlichen Autoren, beim Abschluss von Verlagsverträgen auf den Verwertungsrechten der elektronischen Versionen ihrer Aufsätze zu bestehen.

"Wir haben, ganz klar, eine Bibliothekskrise", erklärte Ebel-Gabriel. Angesichts der gegenläufigen Entwicklung von steigenden Preisen für wissenschaftliche Fachzeitschriften und stagnierenden oder schrumpfenden Etats stünden die Bibliotheken "mit dem Rücken zur Wand". Die Diskussion über Open Access, müsste ihrer Ansicht nach sowohl seitens der Hochschulleitungen und aus den Fachdisziplinen heraus intensiver geführt werden. So stünden Grundsatzentscheidungen darüber an, wie die Bereitstellung der elektronischen Zeitschriftenaufsätze auf institutionellen Publikations-Servern, sogenannten Repositorien, am besten gesichert werden könne – ausschließlich hochschulbezogen oder ergänzend in zentralen Strukturen. In diesem Zusammenhang wäre auch zu prüfen, "ob man ein europäisches Repositorium schaffen kann". Die HRK will diese Überlegungen im kommenden Jahr auf der gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und dem Bundesforschungsministerium geplanten internationalen E-Science-Konferenz (GES 2007) thematisieren, die vom 2. bis 4. Mai 2007 in Baden-Baden stattfinden wird. (Richard Sietmann) / (pmz)