Menü

Open-Source-GPS-Navigation für Sehbehinderte

vorlesen Drucken Kommentare lesen 29 Beiträge

Eigentlich handelt es sich bei dem Open-Source-Projekt Loadstone GPS nur um eine Navigationssoftware, die auf Series-60-Smartphones läuft. Mit einem Programm, das die Bildschirmtexte des Handys vorliest, können auch sehbehinderte Menschen, die der englischen Sprache mächtig sind, Nutzen aus dem Programm ziehen. Die so genannten Screenreader muss man allerdings getrennt erwerben und installieren.

Loadstone GPS arbeitet beispielsweise mit Talks von Nuance Software oder Mobile Speak von Code Factory zusammen. Billig ist die Software nicht: Talks schlägt mit 290 und Mobile Speak mit 250 Euro zu Buche. Meist umfasst der Preis allerdings auch gleich die Installation auf dem Smartphone durch einen Service-Mitarbeiter.

Um Loadstone GPS zu nutzen, benötigt man ein Symbian-OS-Smartphone mit der Betriebssystemvariante Series 60, einen Bluetooth-GPS-Empfänger sowie eine Speicherkarte für Kartenmaterial. Loadstone GPS arbeitet beispielsweise mit den GPS-Empfängern Royaltek 2110, Globalsat BT-338 und Holux GR-236 zusammen. Ohne GPS-Empfänger kann man mit Loadstone GPS immerhin noch seine ungefähre Position anhand der Standorte von Mobilfunkmasten bestimmen.

Bei den Karten ist man auf das Angebot von frei verfügbarem Material angewiesen. Dieses muss man dann noch mit Navigationspunkten versehen, sozusagen persönlichen Points of Interest (POI). Eine begrenzte Anzahl von solchen Navigationspunkten stellt die Webseite auf ihrem PointShare-Portal schon bereit. Hier können Nutzer ihre persönliches POIs mit anderen austauschen.

Die aktuelle Version von Loadstone GPS befindet sich bislang noch im Betastadium. Dennoch verrichten die einzelnen Grundfunktion schon anstandstslos ihren Dienst. Die Initiatoren des Open-Source-Projektes hoffen durch rege Beteiligung den Funktionsumfang des Programms noch zu erweitern. (dal)