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Open-Source-Gemeinde gemeinsam gegen Microsoft

Mit einem Appell zu einer fairen Zusammenarbeit endet eine gemeinsame Stellungnahme prominenter Vertreter der Open-Source-Gemeinde zu Microsofts Thesen gegen Open Source. Bruce Perens, früherer Leiter des Debian-Projekts, Richard Stallman von der Free Software Foundation, Eric S. Raymond von der Open Source Initiative, Linux-Erfinder Linus Torvalds, Gnome-Chefentwickler Miguel de Icaza, Perl-Schöpfer Larry Wall, Python-Erfinder Guido van Rossum, Tim O'Reilly vom gleichnamigen Verlag, Red-Hat-Gründer Bob Young und Larry Augustin, CEO von VA Linux Systems, wehren sich gegen Microsofts Versuch, die Open-Source-Bewegung "gleichzeitig anzugreifen und zu spalten". Microsoft greife einerseits Aspekte des Open-Source-Modells wie den Community-Gedanken, die Offenheit und Innovation als positiv in seiner "Shared Source"-Philosophie auf, attackiere aber andererseits die mit Open Source verbundene Freiheit für Anwender und Entwickler, wie sie die GNU GPL garantiert. So wolle der Konzern von Open Source Software profitieren, ohne etwas an ihre Schöpfer zurückzugeben.

Microsoft gehe es auch bei Shared Source darum, die volle Kontrolle über seine Software zu behalten. Charakteristisch für Open Source sei ein Nehmen und Geben, während sich die Strategie des Software-Riesen auf "umarmen und erweitern" (embrace and extend) stütze. Genau mit dieser Strategie, die die Anwender zum Einsatz von Microsoft-Produkten zwingt, sichere der Konzern jedoch sein Monopol - und das sei durch Open Source in der Tat bedroht: Das Erweitern offener Projekte und Standards um inkompatible, proprietäre Ergänzungen sei allerdings nicht mit der Microsoft so verhassten GPL vereinbar, die das Offenlegen von derartigem Code fordert.

Die Open-Source-Vertreter weisen darauf hin, dass Open Source keineswegs eine Alles-oder-Nichts-Entscheidung ist: Kein Unternehmen, das Teile seiner Software unter der GPL freigebe, sei dazu gezwungen, alle seine Programme und Daten offen zu legen. Große Unternehmen wie IBM zeigten, dass Open Source keineswegs mit anderen Geschäftsmodellen unvereinbar sei. Gerade Software, die viele Unternehmen brauchen, ohne dass ihnen aus dem Einsatz ein direkter Wettbewerbsvorteil entwächst, sei geradezu prädestiniert für Open Source, da alle durch die Zusammenarbeit Geld sparen könnten. Als Beispiel führen die Unterzeichner den Webserver Apache an. Das Apache-Projekt war von einer Gruppe von Anwendern ins Leben gerufen worden, die einen Webserver benötigten. (odi)

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