Open Source Initiative verändert Kriterien zur Freigabe von Lizenzmodellen

Eine neue Klassifikation soll die Lizenzmodelle der Open-Source-Gemeinde in drei Kategorien einteilen.

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Von
  • Bernd Butscheit

Die Open Source Initiative (OSI) will mehrere Veränderungen bei der Freigabe und Klassifizierung von Open-Source-Lizenzmodellen vornehmen. Zum einen werde man neue Lizenzen nicht nur hinsichtlich der Definition von Open Source prüfen, sondern auch an drei weiteren Kriterien:

  • Die Lizenz darf keine Lösung für ein Problem darstellen, die von einer bestehenden bereits gelöst wurde.
  • Die Lizenz muss klar geschrieben, einfach und verständlich sein.
  • Die Lizenz muss für andere Projekte wiederverwendbar sein.

Zur Unterstützung dieser neuen Filterkriterien werde die OSI Lizenzen in drei Gruppen einteilen: gebräuchlich ("ordinary"), bevorzugt ("preferred") und missbilligt ("deprecated"). Ziel der neuen Lizenzierungspolitik sei unter anderem, die uneingeschränkte Wiederverwendbarkeit von Programmcode zu fördern und die Definition einer ausreichend kleinen Anzahl von "bevorzugten" Lizenzen, zwischen denen Interaktionen handhabbar sind.

Nach Darstellung der OSI sei die starke Zunahme an Lizenzmodellen zu einem deutlichen Hindernis für die Open-Source-Entwicklung geworden. Die OSI habe dieses Wachstum an Lizenzen akzeptiert, um möglichst viele Brücken zwischen Entwicklern und der Unternehmenswelt zu bauen. Was in der Vergangenheit aber mit zum Erfolg von Open-Source-Projekten beigetragen habe, stelle sich nun als Problem dar: "Die zentrale Aktivität der Open-Source-Gemeinde ist das Neuerstellen, die Wiederverwendung und die Neukombination von Sourcecode." Eines der Ergebnisse sei, dass Code, der unter verschiedenen Lizenzen geschrieben wurde, miteinander vermischt werde. Diese Kombination könne Softwareentwickler, Benutzer und Distributoren im Unklaren über ihre Rechte und Verantwortlichkeiten lassen, so die Open Source Initiative. (bbu)