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Open-Source-Studie der Wiener Stadtverwaltung soll größtenteils geheim bleiben

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Seit 2003 arbeitet die österreichische Hauptstadt Wien an Konzepten zum verstärkten Einsatz von Open-Source-Software (OSS) in Behörden und anderen Einrichtugen der Stadtverwaltung. Nach Erscheinen einer unter der Abkürzung STOSS veröffentlichten, ersten Studie zu diesem Thema wurde unter anderem ein Betriebssystem- und Anwendungspaket für Arbeitsplatzrechner namens Wienux geschnürt. Anders als Befürworter des OSS-Umstiegs wie die Gemeinderätin Marie Ringler von den Grünen erhofft und gefordert hatten, sollte der Umstieg aber bloß allmählich erfolgen, nämlich auf freiwilliger Basis der betroffenen Nutzer. Begleitend sollte eine zweite Studie – STOSS 2 – erarbeitet werden, die auch Konzepte zum weiteren OSS-Umstieg der Stadt Wien enthalten soll. Diese Studie hätte eigentlich bereits 2008 veröffentlicht werden sollen, was auch der zuständige Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr, Rudolf Schicker, noch im Juni 2008 auf eine Anfrage der Grünen hin zusicherte (PDF-Datei).

Wie der ORF und Marie Ringler erfahren haben, sollen aber große Teile der mittlerweile größtenteils fertigen STOSS 2 nicht veröffentlicht werden. Die ORF-Webseite zitiert dazu Martin Schipany, den Mediensprecher von Rudolf Schicker, mit der Begründung, die Studie sei ein "interner Arbeitsbehelf", der "wirklich heikle Punkte" anspreche, die "nicht an den Mitbewerb" (wohl der beteiligten Software-Anbieter) kommen sollten. Ergebnisse und Entscheidungen, die unter Berücksichtigung von STOSS 2 getroffen würden, sollen nunmehr im Sommer 2009 veröffentlicht werden – aber nicht die Studie selbst.

Auch unter anderem die deutschen Städte München (Wollmux) und Berlin wollen stärker auf OSS setzen, doch auch hier ist offenbar jeweils viel Detailarbeit nötig, und immer wieder gibt es Kritik. (ciw)