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Open-Source-Videodienst Kaltura fordert Youtube heraus

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Auf dem Softwarekongress Oscon stellte der israelische Internet-Dienst Kaltura seine quelloffene Webvideo-Plattform vor. Der Client dient zum Upload von Videodateien unter anderem auf Kalturas Online-Plattform, gleichzeitig erlaubt sie Editier- und Verwaltungsfunktionen für die Filme. Die Server-Komponente ermöglicht die Integration von Videodiensten in eigene Web-Auftritte. Kaltura bietet die Software unter der GNU-Affero-Lizenz an; der Client kann in andere offene Content-Management-Systemen wie Drupal, MediaWiki oder Wordpress eingebaut werden.

Kaltura Community Edition unterstützt mit dem Client und einer Server-Komponente alle Funktionen zur Veröffentlichung von qualitativ hochwertigen Videos, vom Import über die Bearbeitung bis hin zu Lösungen zur Integration von Werbung und Streaming. Der Online-Dienst bietet zudem einen Fundus von vorhandenen Filmen unter der Creative-Commons-Lizenz an, die von Benutzern kostenlos nach Belieben – auch auszugsweise – verwendet werden können.

Neben den freien Leistungen bietet die Firma Support und Hosting-Dienste sowie Streaming-Services für kommerzielle Anbieter gegen Bezahlung an. Die kommerzielle Web-Präsenz soll jedoch von der Open-Source-Plattform streng getrennt bleiben. Kaltura, in Israel gegründet und mit US-Hauptsitz in New York, gehört der Open Video Alliance an. Die Firma zählt nach eigenen Angaben derzeit gut 35.000 Videopublizisten.

Kaltura unterstützt außerdem die Online-Bibliothek Wikipedia beim Aufbau einer Videothek, die von Anwendern gefüllt und bearbeitet werden kann. Noch im Lauf des Jahres soll die Videofunktion in Wikipedia und anderen Internet-Angeboten der Wikipedia Foundation freigegeben werden. Wie in der Textenzyklopädie können Benutzer dann mit den frei verfügbaren Tools dort selbstständig Dateien einstellen und vorhandene Videos bearbeiten.

Beobachter erwarten, dass ein visuell bereicherter Wikipedia-Dienst Googles Videoportal Youtube einen spannenden Wettbewerb liefern wird. Mit dem eigenen Angebot zielt Kaltura-Chef Ron Yekutiel eher gegen kommerzielle Online-Videodienste wie Brightcove. Kaltura hat bereits ein Entwicklerkit veröffentlicht und erwartet wichtige Funktionserweiterungen und -ergänzungen durch externe Entwickler. Mit der kostenlosen Plattform hofft Yekutiel auf eine schnelle Verbreitung im Anwendermarkt. Dadurch sollen Weiterentwicklungen durch die Open-Source-Gemeinde angeregt werden, so Kalturas Kalkül. (Erich Bonnert) / (Erich Bonnert) / (jk)

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