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Open Source in Schweizer Unternehmen und Behörden im Aufwind

Open Source wird zunehmend wichtiger, stellt eine aktuelle Umfrage unter rund 200 Schweizer Unternehmen und Behörden fest.

Open Source in Schweizer Unternehmen und Behörden im Aufwind

(Bild: oss-studie.ch)

Open-Source-Software (OSS) gewinnt in Schweizer Behörden und Unternehmen zunehmend an Bedeutung, stellt eine Studie der Universität Bern fest, für die 213 Organisationen befragt wurden. Insgesamt geht daraus ein durchschnittliches Plus von 7,2 Prozentpunkten in 24 Software-Gebieten für die vergangenen drei Jahre hervor. Dabei fällt das Wachstum unter Open-Source-Desktopanwendungen mit 26 Prozent am stärksten aus, die inzwischen bei 56 Prozent der Befragten zum Einsatz kommen. Dazu zählt die Studie Anwendungen wie Mozilla Firefox, 7-Zip, VLC oder LibreOffice.

Der Cloud-Bereich wächst derzeit mit 22 Prozent am zweitschnellsten. 56 Prozent der befragten Unternehmen und Behörden setzen inzwischen Open-Source-Cloud-Produkte wie Docker ein. Cloud-Storage wie Nextcloud oder das ursprüngliche Open-Source-Projekt OwnCloud gelten inzwischen als praktikable Alternativen zu Dropbox und Google Drive und werden in 31 Prozent der befragten Organisationen eingesetzt. Ein sprunghafter Anstieg war auch bei internen Suchmaschinen festzustellen: So verwenden inzwischen 45 Prozent der Organisationen Open-Source-Technik für die interne Dokumentensuche gegenüber 27 Prozent im Jahr 2015. Die Studienautoren schreiben dies der wachsenden Beliebtheit von Elasticsearch zu.

Andere Spitzen liegen mit einem Einsatzgrad von 79 Prozent bei OSS-Programmiersprachen wie JavaScript, Python und PHP sowie 71 Prozent bei Server-Systemen. So nutzen sieben von zehn der befragten Organisationen Linux auf dem Server sowie den Apache HTTP-Server oder schlanke Web-Server wie beispielsweise Lighttpd und Nginx. Wesentlichen Bedarf sieht die Studie bei Open-Source-Lösungen für Business-Software wie CRM, ERP oder Business Analytics.

Bei 54 der Befragten überwiegen die Gründe pro Einsatz von Open Source Software mit 54 Prozent, während 19 Prozent mehr Hinderungsgründe nannten. Zu den positiven Beweggründen zählen vor allem die Unterstützung offener Standards und damit die Interoperabilität. Auch der Wissensaustausch mit den Communities gehört zu den wichtigsten Gründen für den OSS-Einsatz. Die Einsatzgründe "erhöhte Sicherheit" und "Stabilität" nahmen deutlich an Relevanz zu, während an sechster Stelle Kosteneinsparungen genannt wurden.

An Hinderungsgründen beklagten die Anwender vor allem, es würden bestimmte Funktionen und Features fehlen. Die Sorge um Sicherheitslücken steht inzwischen an zweiter Stelle. Die Studienautoren führen das auf den zunehmenden geschäftskritischen Einsatz zurück, der mit einem intensiven Testen der Software einhergehe. Etwas zurückgegangen sind die Bedenken wegen fehlender oder unklarer Lieferantenhaftung und mangelndem Support, was an der erhöhten Sichtbarkeit und Professionalisierung der Open-Source-Anbieter liegt. Migrationsängste sind deutlich im Rückgang.

Die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit der Universität Bern führt seit 2003 regelmäßig Umfragen unter Schweizer Unternehmen und Behörden zu ihrem Open-Source-Einsatz durch. Zuletzt wurde die Studie alle drei Jahre durchgeführt. Finanziert wird sie vom Eidgenössischen Finanzdepartement des Bundes, dem Kanton Bern und der Stadt Bern sowie mehrere Open-Source-Dienstleistern. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (anw)

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