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Open Source soll Brandenburgs IT "modern und innovativ" machen

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Das brandenburgische Regierungskabinett hat am Dienstagabend eine neue, auf fünf Jahre angelegte IT-Strategie (PDF) verabschiedet. Kernpunkte sind die Weiterentwicklung, die Vereinheitlichung und bessere Nutzung der schon vorhandenen Computerinfrastrukturen. Zudem geht es darum, die E-Government-Strategie der Landesregierung fachgerecht voranzutreiben. Wie bereits im Vorfeld bekannt geworden war, sollen dabei allgemein proprietäre Produkte und Software mit frei verfügbarem Quellcode "gleichberechtigt" behandelt werden.

"Die Positionierung des Landes gerade im Bereich Open Source macht unsere IT-Strategie besonders modern und innovativ", erläuterte der für die Umsetzung der E-Government-Strategie zuständige Innenminister Jörg Schönbohm. Im Papier selbst ist von der "zunehmenden Verbreitung von Open Source Software" als einem "Trend" die Rede, dem sich die Landesverwaltung nicht entziehen will. Dabei schielen die Brandenburger auch auf mittelfristige Entlastungen des Staatshaushalts: "Die gesamte IT-Infrastruktur wird in den kommenden fünf Jahren so ausgebaut, dass die jeweiligen Aufgaben mit dem geringst möglichen Mitteleinsatz zuverlässig erfüllt werden können", legt die Konzeption fest. Dies betreffe insbesondere die Lizenzkosten, die laufenden Betriebs- und Wartungskosten, den Administrationssaufwand, die Schulungskosten und die internen Verwaltungskosten für die IT. Die Landesregierung will den Einsatz von Linux und Co. in diesem Sinne unterstützen, "soweit dies wirtschaftlich und inhaltlich sinnvoll ist" und den Wettbewerb belebt.

Den ausgemachten Innovationsmotor Open Source will Brandenburg aber recht gemächlich starten -- ganz im Unterschied etwa zur bayerischen Landeshauptstadt, deren Stadtrat am Mittwoch das Konzept zur Linux-Migration endgültig abgesegnet hat. Die Anlage zum Strategiepapier über künftige IT-Standards (PDF) setzt jedenfalls zunächst größtenteils auf die vorhandenen Microsoft-Produkte. "Auf den Clients kommt als Betriebssystem Microsoft Windows ab Version 2000 zum Einsatz", lautet eine der Empfehlungen. Auch beim Web-Browser und bei Büroanwendungen wird der Griff zum Internet Explorer beziehungsweise zu Microsoft Office angeraten. Alternativen aus dem Open-Source-Bereich sollen "unter Beobachtung" genommen oder in Feldversuchen evaluiert werden. Auf die Verwendung von eingebetteten Makros für Office-Programme ist aber "nach Möglichkeit zu verzichten", um die Interoperabilität zu erhöhen. (Stefan Krempl) (jk)

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