Open Source zieht ins Weiße Haus ein

Die Open-Source-Gemeinde feiert den Umstieg von whitehouse.gov auf das freie Content-Management-System Drupal.

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Von
  • Christian Wölbert

Das Weiße Haus hat in dieser Woche ein neues Content-Management-System (CMS) für seine Webseite whitehouse.gov eingeführt: Die Open-Source-Software Drupal ersetzt ein aus der Zeit der Bush-Regierung stammendes proprietäres CMS. Drupal erlaube es den Nutzern, einfacher miteinander sowie mit Vertretern der Regierung zu kommunizieren, sagte Macon Phillips, der im Weißen Haus für neue Medien verantwortlich ist. "Wir haben nun eine Plattform, mit der wir mehr Stimmen auf die Seite bekommen."

Einen Tag nach der Amtseinführung von Barack Obama hatten Phillips und sein Team whitehouse.gov äußerlich renoviert und ein Blog eingeführt. Phillips' Leitsätze lauteten bereits damals: "Kommunikation, Transparenz und Beteiligung".

Die Open-Source-Gemeinde feiert die Umstellung: "Das ist ein großer Sieg für Open Source", schreibt der Autor und Verleger Tim O'Reilly in seinem Blog. Die Entscheidung werde andere Behörden ermuntern, ebenfalls freie Software einzusetzen. O'Reilly lobt Drupals "riesige" Bibliothek an Modulen, mit denen whitehouse.gov zum Beispiel skalierbare Livechats anbieten und seine Inhalte in mehrere Sprachen übersetzen könne. Außerdem werde die Webseite durch Drupal sicherer.

Drupal wurde im Jahr 2001 von Dries Buytaert entwickelt. Mit seiner Firma Acquia bietet Buytaert mittlerweile kommerzielle Dienstleistungen für Drupal an. Von 2010 an will Acquia das CMS unter dem Namen Drupal Gardens auch als SaaS-Version (Software as a Service) vermarkten. (cwo)