OpenDocument Format als ISO-Standard anerkannt [Update]

Die OpenDocument Format Alliance erhofft sich durch den Schritt für das Dokumentenformat vor allem Rückenwind in Europa.

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Von
  • Andreas Wilkens

Die International Organization for Standardization (ISO) hat das OpenDocument Format (ODF) als Standard anerkannt. Das teilt die Interessenvereinigung OpenDocument Format Alliance (ODF Alliance) mit (PDF-Datei). Das Format wurde von OpenOffice.org entwickelt und der Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS) übergeben. Diese hatte das ODF im Mai 2005 offiziell anerkannt. [Update] Offiziell liegt für die Norm ISO/IEC 26300 für das Dokumentenformat noch ein Normentwurf vor. Der endgültigen Veröffentlichung als offizieller Norm stehen laut Medienberichten aber nur noch Formalien im Weg.[/Update]

Die OASIS hat in OpenDocument auf der Basis des Dateiformats für OpenOffice Definitionen festgelegt, mit der sich Dateien aus Officepaketen zwischen unterschiedlichen Softwaresystemen und Plattformen problemlos austauschen lassen sollen. Im Gegensatz zu Microsoft, das auf Office Open XML setzt, wird das Format von OpenOffice 2.0 und von StarOffice 8, aber auch von KOffice, Textmaker 2005 oder AbiWord unterstützt.

In dem US-Bundesstaat Massachusetts sollen öffentliche Institutionen künftig das OpenDocument-Format bevorzugen. Allerdings gab es dort Diskussionen darum, ob Microsoft mit seinem Open XML die Vorschriften über die Verwendung bestimmter Dokumentenformate doch noch erfüllen kann. Die EU-Kommission unterstützt ebenfalls das OpenDocument Format und hatte der OASIS dazu geraten, es bei der ISO einzureichen. Vor diesem Hintergrund sieht die ODF Alliance nun Rückenwind für ihr Format besonders in Europa, wo die ISO-Standards starke Berücksichtigung finden würden.

Microsoft hingegen eröffnete im März sein Open-XML-Entwicklerforum, zu dem Apple, Intel und Toshiba zählen. Im Dezember 2005 leitete die ECMA den Standardisierungsprozess für Open XML ein und setzte sich damit über Vorbehalte etwa der Computer & Communications Industry Association CCIA hinweg. Diese hatte in einem offenen Brief vor den Vorschlägen Microsofts für den Standardisierungsprozess gewarnt, da sie dessen Kontrolle über Open XML letztlich nicht ausschlössen. Die Redmonder wollen sich das Recht vorbehalten, Änderungen an der Formatdefinition und neue Funktionen für die Nutzung unter seiner Officesuite einzuführen – ein Mangel, der dem OpenDocument-Standard nicht anhaftet. (anw)