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OpenDocument für Microsoft Word

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Eigentlich sollte es bereits im Oktober soweit sein, dass das Projekt die erste Release-Version eines Plug-in für den Import von im OpenDocument Format (ODF) erstellten Dateien in Word freigibt. Nun hat es doch etwas länger gedauert: Nunmehr aber steht das mit offiziellem Namen als "OpenXML Translator (ODF Add-in for Word)" bezeichnete Tool in Version 1.0 als Sourcecode, Add-in für Word und Kommandozeilentool zum Download zur Verfügung. Es bietet in Microsoft Word etwa die Option, Dokumente nicht nur im OpenDocument-Format zu öffnen, sondern auch als ODF abzuspeichern. Zusätzlich arbeiten verschiedene Entwickler an weiteren Konvertierungshilfen, zum Beispiel für den Austausch zwischen den Office-Anwendungen Excel oder PowerPoint und ihren Open-Source-Pendants oder etwa, um in anderen Office-Paketen als den Microsoft-eigenen Open XML zu implementierten.

Die Version 1 des Translators wurde mit Office 2007, Office 2003 und Office XP getestet. Er ist neben Englisch in Deutsch, Französisch, Polnisch und Holländisch verfügbar. Das Kommandozeilentool ermöglicht die Umsetzung von ODF-Dateien in das Open-XML-Format unabhängig von einem Office-Paket. Das Quelltext-Archiv umfasst sowohl den Code für die Add-ins der verschiedenen Versionen von Microsoft Word als auch für das Kommandozeilentool. Laut Novell soll der Translator zur Bearbeitung von Open XML auch in die nächste Version von Open Office integriert werden.

Microsoft setzt bei seiner Office-Suite auf den eigenen Standard Office Open XML, den das Unternehmen bei der Standardisierungsorgansiation ECMA International zum offenen Standard angemeldet hatte. Anfang Dezember entschied die ECMA, Open XML als Standard zu akzeptieren und der International Organization for Standardization (ISO) zur schnellen Genehmigung zu empfehlen. ODF entstand dagegen als auf XML aufbauendes Dateiformat aus dem ursprünglichen OpenOffice/StarOffice-Format; der ISO-Standardisierungsprozess für ODF wurde Anfang Dezember mit der Veröffentlichung als Standard vorerst abgeschlossen.

Die Auseinandersetzung um die Durchsetzung der konkurrierenden Dateiformate hatte bereits einige politische Auswirkungen; die Festlegung auf ein trotz Einreichung bei ECMA und ISO als proprietärer Herstellerstand angesehenes Dateiformat erschien beispielsweise manchen staatlichen Stellen als nicht sehr schlau. Der Streit erhielt aber Mitte 2006 eine überraschende Wendung, als Microsoft ankündigte, ODF-Tools für Office als Open Source entwickeln zu wollen. Zumindest für OpenOffice hatte Novell auch Open-XML-Unterstützung schon vor einiger Zeit angekündigt; Novell hatte offiziell erklärt, dass Tools zur Verarbeitung von Open-XML-Dokumenten in OpenOffice entwickelt werden. Diese Open-XML-Untersützung für OpenOffice war Teil des Paktes, den Microsoft und Novell miteinander schlossen. (jk)