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OpenOffice wird zu LibreOffice: Die OpenOffice-Community löst sich von Oracle

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Passend zum zehnjährigen Jubiläum des Projekts will sich die OpenOffice-Community von jeglichen Firmeninteressen befreien: Ab sofort soll die neu gegründete "The Document Foundation " die Open-Source-Bürosuite als wirklich freie Software vertreiben und weiter entwickeln. Damit trennt sich die von maßgeblichen Community-Mitgliedern ergriffene Initiative, die auch Projektleiter umfasst, de facto vom Hauptsponsor Oracle , der mit dem Kauf von Sun auch die Oberhand über das Projekt samt der für OpenOffice und StarOffice zuständigen Hamburger Entwicklungsabteilung übernommen hatte. Mit weit über 100 Mitarbeitern hatten sie das Paket bislang maßgeblich entwickelt.

Als einen Bruch mit Oracle sei dieser Schritt jedoch nicht zu verstehen, betonte ein Insider gegenüber heise online. Vielmehr lade man Oracle dazu ein, in der Foundation mitzuwirken und auch die Markenrechte am Namen OpenOffice.org an diese zu übertragen. Solange dies nicht geschehe, werde man das Office-Paket unter dem Name LibreOffice zum Download anbieten. Doch auch so seien Infrastruktur und Entwickler vorhanden, um das Projekt ohne den Datenbank- und Server-Hersteller weiterführen zu können, zumal Firmen wie Google , Novell und Red Hat bereits zugesichert hätten, Mitarbeiter dafür abzustellen.

Die Gründung einer solchen Foundation ist nicht neu und hatte sogar Sun schon zur Freigabe des StarOffice-Quelltextes als Open Source vorgeschlagen. In den Folgejahren ist dies jedoch nicht umgesetzt worden. Handlungsbedarf gab es anscheinend erst nach dem Kauf von Sun durch Oracle. Seitdem seien nur noch wenige Ressourcen aus der Hamburger Entwicklungsabteilung ins Projekt eingeflossen – vermutlich, weil sie mit einem kommerziell verwertbaren Cloud Office beschäftigt seien, so der Insider. Auch seit dem letzten OpenOffice-Kongress Anfang September, auf dem sich Oracle-Verantwortliche trotz Aufforderung nicht zu den weiteren Plänen mit dem Office-Paket geäußert hätten, sei keine Besserung in Sicht gewesen.

Unterstützung erhalten die OpenOffice-Abtrünnigen unter anderem von Simon Phipps, der bei Sun bis zur Übernahme von Oracle für Open Source zuständig war, und Richard Stallman, Präsident der Free Software Foundation (FSF).

Siehe dazu auch:

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